Die fränkischen Bistümer Würzburg, Bamberg und Eichstätt im Mittelalter


Quelle: Wolfgang Jahn / Gerd Stumpf, in: Edel und Frei. Franken im Mittelalter, hg. von Wolfgang Jahn / Jutta Schumann / Evamaria Brockhoff, Augsburg 2004 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 47/04), S. 152, Kat.-Nr. 39.

Signatur: FRA-LA-2004-08

Entwurf: Haus der Bayerischen Geschichte
Grafik: Entwurf: Haus der Bayerischen Geschichte nach Johannes Merz; Grafik: Gruppe Gut, Bozen
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Beschreibung:

Die Niederschlagung Markgrafs Heinrich von Schweinfurt durch Heinrich II. bot 1003 die Chance den wohl mächtigsten Mann Ostfrankens und des bayerischen Nordgaus auszuschalten. Die dadurch frei werdenden Güter und Ämter schufen die Voraussetzungen für die Gründung des Bistums Bamberg. Das zunächst mit dem Versprechen der Rangerhöhung hergestellte Einverständnis des Würzburger Bischofs – die neue Diözese sollte zum größten Teil auf Würzburger Gebiet errichtet werden – war nur mühsam einzuhalten. Entgegen den Zusicherungen Heinrichs dem Würzburger Bischof gegenüber kamen die Erhebung Würzburgs zum Erzbistum und die Unterstellung Bambergs und Eichstätts als Suffragane nicht zustande, Bamberg wurde sogar in den Mainzer Metropolitanverband eingegliedert. Die überreiche Ausstattung seines „einzig geliebten Bamberg“ mit 63 Einzelschenkungen zeigt, dass Heinrich II. dem neuen Bistum eine zentrale Rolle innerhalb der Reichskirche und der Reichspolitik zudachte. Die Besitzungen lagen nicht nur im Bereich der neuen Diözese sondern auch in Schwaben, Bayern, Thüringen, Sachsen, in der Steiermark und in Kärnten. Die zehn an Bamberg geschenkten Klöstern lagen alle außerhalb des Diözesangebiets. Den Ausgleich mit dem Würzburger Bischof erreichte Heinrich II. durch territoriale Zugeständnisse. Die Würzburger Bistumspolitik wurde aber durch die Abtrennung des für Bamberg bestimmten Gebiets langfristig nach Norden gelenkt. Auch Eichstätt war von der Abtretung eines bedeutenden Teils des Diözesansprengels an das neue Bamberger Bistum betroffen. Anekdotenhaft wird die Reaktion des Eichstätter Bischofs Megingaud, eines Verwandten Heinrichs II., überliefert. Der Bischof wurde vom Kaiser aufgefordert, das „servitium regis“ eines Erzbischofs zu leisten, worauf der Bischof geantwortet haben soll, der Kaiser habe ihn durch die Gründung Bambergs zu einem armen Pfarrer, „pauperem parrochianum“, gemacht.