Die Bamberger Kirchenlandschaft im 11. Jahrhundert


Quelle: Kaiser Heinrich II., Landesausstellung 2002

Signatur: HEII-LA-2002-03

Entwurf: Sabine Berger, Ebersberg
Grafik: Gruppe Gut, Bozen

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Beschreibung:

Die Stadt als Kirchenlandschaft und Repräsentationsraum
Wer zu Beginn des zweiten Jahrtausends ein neues Bistum in angemessenen Formen errichten wollte, durfte sich nicht mehr mit dem bloßen Bau einer Kathedrale begnügen. Die Welt bedeckte sich damals, wie der Chronist Rodulfus Glaber notierte, mit einem weißen Kleid von Kirchen. Fast alle Bischofs- und Klosterkirchen und selbst die Dorfkirchen wurden neu erbaut. Die Menschen entdeckten die optische Wirksamkeit des Baugefüges, die Möglichkeiten von Variation und Wechsel. Die östlichen Abhänge des Steigerwalds mit ihren Kuppen über der Regnitz luden zur baulichen Über- und Unterordnung ein. Also griff der Stifter die damals selbstverständlich werdende Vielfalt von Kirchen um die Kathedrale auf und gestaltete seine neue Bischofsstadt in programmatischer Weise. Wie in Mainz, Regensburg, Konstanz, Würzburg oder Paderborn traten in Bamberg ein weltliches Kollegiatstift und ein Benediktinerkloster neben die Bischofskirche. Im Kollegiatstift erhielten sich die Fundatoren bleibende Zugriffsrechte, im Kloster ließen sie ein Stück gelebtes Gottesreich auf Erden erstehen.
1009 ist die erste königliche Güterschenkung für das Kollegiatstift St. Stephan östlich des Doms bezeugt, 1015 entstand auf der Anhöhe westlich der Kathedrale das Kloster des Erzengels Michael und des hl. Benedikt.

Quelle: Schneidmüller, Bernd: Die einzigartig geliebte Stadt. Heinrich II. und Bamberg, in: J. Kirmeier, B. Schneidmüller, St. Weinfurter, E. Brockhoff (Hrsg.), Kaiser Heinrich II. 1002-1024, Augsburg 2002, S. 30-51.

Literatur:

  • Schneidmüller, Bernd: Die einzigartig geliebte Stadt - Heinrich II. und Bamberg, in: Heinrich II. 1002 - 1024, hg. von Josef Kirmeier / Bernd Schneidmüller / Stefan Weinfurter et al., Augsburg 2002, S. 30-51.
  • Fleckenstein, Josef: Problematik und Gestalt der ottonisch-salischen Reichskirche, in: Reich und Kirche vor dem Investiturstreit, hg. von Karl Schmid, Sigmaringen 1985, S. 83-98.
  • Fleckenstein, Josef: Zum Begriff der ottonisch-salischen Reichskirche, in: Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft. Festschrift für Clemens Bauer, hg. von Erich Hassinger/J. Heinz Müller/Hugo Ott, Berlin 1974, S. 61-71.