Die wittelsbachischen Territorien vor dem Einfall der Franzosen, um 1792


Quelle: Napoleon und Bayern, Landesausstellung 2015

Signatur: NAPOL-LA-2015-01

Entwurf: Volker Bräu
Grafik: Thoener von Wolffersdorff, Augsburg

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Beschreibung:

Das Kurfürstentum Pfalzbayern mit den Hauptstädten München, Mannheim, Düsseldorf und Jülich umfasste in der Zeit um 1792 Altbayern, die Oberpfalz, das Herzogtum Pfalz-Neuburg/Sulzbach, die Pfalz am Ober- und Mittelrhein sowie die Herzogtümer Jülich und Berg und schließlich das eigenständige Herzogtum Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld.
Pfalzbayern war in dieser Ausdehnung das drittgrößte Land des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation nach Österreich und Preußen. Die Größe des aus einem Konglomerat unterschiedlicher Territorien bestehenden Kurfürstentums entsprach jedoch nicht der tatsächlichen Bedeutung, die vergleichsweise geringer war. Hinzu kam, dass Pfalz-Bayern von allen Seiten von Nachbarn umgeben war, die nur auf eine Gelegenheit warteten, sich Territorien einzuverleiben.
Im Jahr 1792 zeigte sich mit dem Ausbruch des Kriegs zwischen Frankreich und dem deutschen Kaiser beziehungsweise seinen Verbündeten die Machtlosigkeit des pfalzbayerischen Kurfürsten. Bis Ende 1793 hatte die französische Rhein-Mosel-Armee die bayerisch-österreichischen Truppen auf das rechtsrheinische Ufer zurückgedrängt und das pfälzische Gebiet bis zum linken Rheinufer besetzt . Im Frieden von Campo Formio 1797 musste Bayern die Annexion der linksrheinischen Gebiete durch Frankreich zwar akzeptieren, doch wurde den Ländern, die Gebiete abgeben mussten, eine Entschädigung in Aussicht gestellt. Sie sollten durch die Übertragung geistlicher Territorien Ersatz für die verlorenen Gebiete erhalten, was den Weg zur Säkularisation 1803 ebnete. Für Bayern ging 1802/03 dann auch die rechtsrheinische Pfalz mit Düsseldorf und Mannheim verloren.
(Text: Wolfgang Jahn u.a., in: Napoleon und Bayern, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2015, Augsburg 2015, S. 60)