"Neuböhmen", 2. Hälfte 14. Jahrhundert


Quelle: Bayern und Böhmen

Signatur: ZWIE-LA-2007-03

Entwurf: Haus der Bayerischen Geschichte
Grafik: Heinz Muggenthaler, Regen

Die Karten unterliegen dem Urheberschutz. Das Downloaden für den Einsatz im Schulunterricht und für Bildungszwecke ist erlaubt (Anmeldung erforderlich!). Jede andere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch den/die Rechteinhaber.

Beschreibung:

Die Karte veranschaulicht Umfang und Reichweite von Neuböhmen nach den Angaben im „Böhmischen Salbüchlein“, das Karl IV. von 1366 bis 1368 als Grundlage für die Verwaltung und zur Sicherung seiner Rechte hatte aufzeichnen lassen. Das Urbar bietet wertvolle Informationen über den Güterbestand des Territoriums und daraus fließende Einkünfte, die Einteilung in Amtsbezirke, das Verwaltungspersonal, militärische Vorkehrungen zur Landesverteidigung und zum Schutz des Handelsverkehrs sowie über Warengüter, die auf ihrem Weg von Böhmen nach Nürnberg die Zoll- und Geleitstätten passierten. Die Karte zeigt, dass sich Karl IV. bei seiner Erwerbspolitik an der alten Handelsstraße von Prag und Pilsen über Tachau, Bärnau, Neustadt, Weiden, Hirschau, Sulzbach, Hersbruck und Lauf nach Nürnberg orientierte. Zur Wahrnehmung des Geleitschutzes wurde die Gesamtstrecke in fünf Abschnitte untergliedert, in denen jeweils ein anderer Pfleger für die Sicherheit der Kaufleute und sonstigen Reisenden vor räuberischen Überfällen zuständig sein sollte. Von Karl IV. zur Reichsstraße bestimmt, entwickelte sich die Route im System der „Goldenen Straße“ zu einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen des Mittelalters.

Maria Rita Sagstetter, in: Bayern-Böhmen, 1500 Jahre Nachbarschaft, hg. Von Rainhard Riepertinger u.a., Augsburg 2007 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 54/2007), S. 131f.

Literatur:

Karls IV. „Land in Baiern“ nach Schnelbögl, Fritz (Hg.): Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68, München-Wien 1973 (Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 27)