Jüdisches Leben
in Bayern

Flossenbürg - KZ-Friedhof und Gedenkstätte Friedhof

In Flossenbürg befinden sich ein KZ-Friedhof auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte und ein KZ-Friedhof im Dorf Flossenbürg am Fuß des Schlossbergs.

KZ-Friedhof Flossenbürg

 

Lage: Auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Größe: Der Friedhof umfasst Reihengräber für über 5.000 Tote. Neben den in einigen Flossenbürger Außenlagern umgekommenen Häftlingen birgt der Friedhof auch die Opfer der Todesmärsche vom April 1945. Eine namentliche Zuordnung ist nur in Einzelfällen möglich.

Beschreibung: Vom Eingang führt der Weg rechts durch die in langen Reihen angeordneten Gräber zu einem der drei noch erhaltenen Wachtürme. An diesem Wachturm vorbei geht man über Treppen hinab zum ehemaligen Krematorium. Unmittelbar oberhalb des Krematoriums biegt links ein Plattenweg ab zu einem Gedenkstein mit hebräischer Inschrift.

Auf dem einige Stufen tiefer liegenden Platz vor dem Krematorium zeigen ein in den grünen Rasen eingelassener roter Winkel - das Kennzeichen für politische Häftlinge - sowie eine Gedenkplatte an, dass dort eine Erschießungsstätte war.

Nur wenige Meter hiervon entfernt birgt eine mit Rasen bewachsene Erdpyramide die Asche von vielen tausend Häftlingen. Ein weiteres Aschengrab befindet sich in dem Rasenstreifen neben der Pyramide unter einer Granitplatte. Von der Aschenpyramide führt der Weg zu einer Terrasse. Befreite Häftlinge verschiedener Nationen haben hier ihren im Lager ums Leben gekommenen Landsleuten Nationalwappen und Sinnsprüche gewidmet.

Von der Terrasse gelangt man zunächst zum Mahnmal für die jüdischen Opfer und von da aus weiter zur Sühnekapelle “Jesus im Kerker". Diese Kapelle wurde in den Jahren 1946 bis 1948 aus den Steinen abgebrochener Wachtürme des ehemaligen Konzentrationslagers erbaut.

Im Kapellenraum stehen auf Granitkonsolen Behälter mit heimatlicher Erde aus einigen Ländern befreiter Gefangener. Über dem Altar befindet sich eine Kreuzigungsgruppe aus Lindenholz; in der Mitte der ans Kreuz geschlagene Christus; zu seiner Rechten ein Häftling mit Steinmetzwerkzeugen, den ein Scherge bedrängt; zu seiner Linken eine Frau mit einer schweren Last auf ihrem Rücken und einem Kind, das sie mit ihrer rechten Hand schützend umarmt. Die Gruppe mit dem bedrängten Häftling erinnert an die harte Fronarbeit, die die Häftlinge in den Steinbrüchen verrichten mussten; die Gruppe mit der Frau und dem Kind versinnbildlicht das schwere Leid, mit dem auch die Angehörigen der Gefangenen belastet waren. Neben dem bunten Fenster hängt ein Bild mit einer schwarzen Madonna, eine Stiftung polnischer Geistlicher. Ihm gegenüber befindet sich das Ölgemälde „Christus mit der Dornenkrone“, eine Stiftung des Bischofs von Regensburg. Über der Pforte zur Sakristei ein in Granit gehauenes päpstliches Wappen. Zu beiden Seiten des Chorbogens stehen auf granitenen Konsolen zwei Urnen mit Asche von toten Häftlingen, stellvertretend für die vielen Toten des Lagers.

Von der Kapelle aus führt der Weg durch Gräber hindurch wieder zum Ausgang zurück.

KZ-Friedhof in Flossenbürg

 

Lage: Außerhalb der Gedenkstätte im Dorf Flossenbürg, am Fuß des Schlossbergs

Größe: Der Friedhof umfasst 120 Gräber für Gefangene des Konzentrationslagers Flossenbürg, die nach ihrer Befreiung im April 1945 an den Folgen der Haft starben. Die US-Militärregierung verpflichtete alle Einwohner Flossenbürgs, an den Bestattungen teilzunehmen. Jedes Grab ist namentlich gekennzeichnet.

Literatur

  • KZ-Gedenkstätte Flossenbürg: Konzentrationslager Flossenbürg 1938 – 1945, Flossenbürg 2008, S. 229 (zum Friedhof im Ort Flossenbürg)