Jüdisches Leben
in Bayern

Feldafing - Friedhof und KZ-Gedenkstätte Friedhof

Der jüdische Friedhof befindet sich im Norden von Feldafing, unmittelbar beim allgemeinen Friedhof: am Ende des Friedenswegs. In Feldafing bestand vom Mai 1945 bis März 1953 im „Jüdischen DP-Camp Feldafing" eine Jüdische Kultusgemeinde, (UNRRA- oder IRO-Gemeinde). Auf dem Friedhof sind 112 Menschen begraben, die in der Zeit von Mai 1945 bis Juni 1949 im DP-Lager Feldafing gestorben sind.

Der Eingang zum jüdischen Friedhof befindet sich links des Leichenhauses. In Feldafing bestand vom Mai 1945 bis März 1953 im „Jüdischen DP-Camp Feldafing" eine Jüdische Kultusgemeinde, (UNRRA- oder IRO-Gemeinde); sie rekrutierte sich aus befreiten KZ-Opfern, die auf ihre Auswanderung nach Israel oder in andere Länder warteten. Im Lager, das sich auf dem Gelände der ehemaligen Reichsschule der NSDAP befand und zu dem auch ein großer Teil der Villenkolonie von Feldafing gehörte, befanden sich religiöse und kulturelle Einrichtungen wie eine Synagoge, eine Jeschiwa, ein jüdischer Kindergarten, eine jüdische Volksschule, eine ORT-Schule, eine jüdische Volkshochschule und ein jüdisches Krankenhaus. Für die Verstorbenen legte man einen eigenen Friedhof neben dem christlichen an. Nach der Auflösung des Lagers im Jahre 1953 wurde ein Großteil der Baulichkeiten wegen „baulicher Mängel" abgerissen; die Privathäuser der Villenkolonie gingen an ihre früheren Eigentümer zurück.

Der Friedhof wird durch eine Mauer mit schmiedeeisernem Tor und durch Hecken eingezäunt. Vom Tor aus fährt direkt am Zaun entlang, der die beiden Friedhöfe voneinander trennt, ein breiter Kiesweg mit mehreren Steinstufen zum Ausgang auf den christlichen Friedhof auf der gegenüberliegenden Seite.

Auf dem Friedhof sind 112 Menschen begraben, die in der Zeit von Mai 1945 bis Juni 1949 im DP-Lager Feldafing gestorben sind. Offiziell wurde der jüdische Friedhof am 1. Oktober 1950 als „KZ-Ehrenhain“ von Dr. Philipp Auerbach, Präsident des Bayerischen Landesentschädigungsamts, geweiht und ein Gedenkstein aufgestellt. Darauf sind unter dem Davidstern die Worte „Die friede- und heimatlos nun ruhen in Abrams Schoss“ eingemeißelt. Später erfolgte eine Ergänzung durch ein Plakette mit folgender Inschrift: „Hier ruhen unzählige Opfer jüdischen Glaubens. Sie wurden in den Jahren 1933-1945 durch Nazischergen ermordet". Auf dem Friedhof stehen viele große und schöne, aber auch zahlreiche eher ärmliche Grabsteine. Viele Gräber sind mit Grabsteinen ausgestattet, wie sie in Osteuropa üblich waren.

Bilder

Literatur

  • Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011