Jüdisches Leben
in Bayern

Aub Friedhof

Lage: Der langgestreckte, Anfang der 1920er Jahre aufgelassene Friedhof von 1630 lag am Stadtrand im Wallgraben außerhalb der ehemaligen Stadtmauer. 1880 richtete man einen neuen Friedhof neben der älteren Anlage ein. 

Größe: 1160 qm; 1923 spendete der Kultusvorsteher Abraham Oppenheimer Geld zum Bau einer Mauer. 

Alter: Um 1630 vor der Stadtmauer am Harbachweg eingerichtet. Der erste Vermerk im Memorbuch von Aub nennt die 1631 verstorbene Rabbinersgattin Jutta als zweite Person, die auf dem Friedhof beigesetzt wurde. Aus unbekannten Gründen brachte man, so das Memorbuch, die Verstorbenen von 1665 bis 1695 zu Friedhöfen der Umgebung wie Allersheim, Eibelstadt, Rödelsee und Laudenbach (bei Karlstadt). Erst seit 1700 fanden wieder regelmäßig Beerdigungen in Aub statt. 1880 legte man einen neuen Friedhof neben der älteren Anlage an und mauerte etwa vierzig Grabsteine des 17. Jahrhunderts aus dem alten Friedhof in die westliche Umfassungsmauer ein. 

Beerdigungen: Etwa 30 Grabsteine sind erhalten. Die letzte Bestattung fand 1938 statt. Eine Gedenktafel auf dem Doppelgrab von Hirsch Oppenheimer erinnert an die im September 1942 im Ghetto Theresienstadt verstorbene Ernestine Oppenheimer. Im Eingangsbereich des Friedhofs erinnert ein Ehrenmal an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 

Besonderheiten: Im Ort war eine Heilige Brüderschaft tätig.

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens, 2.Aufl. München 1992, S. 36-38
  • Sporck-Pfitzer, Jutta: Die ehemaligen jüdischen Gemeinden im Landkreis Würzburg, hrsg. vom Landkreis Würzburg. Würzburg 1988, S. 54-55
  • Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (4) [Aub, Rödelsee, Sulzbach-Rosenberg, Zeckern-Hemhofen]. In: Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern 8, Nr. 60 (Dezember 1993), S. 18-19, hier S. 18