Jüdisches Leben
in Bayern

Abensberg - abgegangener Friedhof Friedhof

In Abensberg existierte seit 1398 eine Jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge und einem Friedhof, der urkundlich erstmals 1440 als „Judenpühel“ („Judenbühel“) begegnet. Ein Jahr später, 1450, vertrieb die Stadt die Juden aus Abensberg. Der Friedhof befand sich außerhalb der Stadt an der Straße nach Offenstetten. Das Areal trägt noch heute den Namen „Judenbuckel“. Überreste sind wegen Überbauung nicht mehr vorhanden, die Grabsteine wurden entweder zerstört oder fanden als Baumaterial Verwendung.

In Abensberg sowie in benachbarten Orten fanden sich bis in die 1950er-Jahre Gräber von KZ-Häftlingen, die beim Durchzug der "Todesmärsche" aus den KZ-Außenlagern Hersbruck und Saal a.d.D. Mitte April 1945 an den Strapazen gestorben oder ermordet worden sind: in Theißing ein Toter, in Teutering vier Tote, in Pullach neun, in Abensberg elf, darunter auch sechs Tote eines Tieffliegerangriffs, in Siegenburg zwei und in Train zwei Tote. Im Abensberger Ortsteil Pullach war der Grabstein der nach der Exhumierung 1945 auf Anordnung der Amerikaner auf dem Gemeindefriedhof bestatteten Leichen zum Gedenkstein umgewandelt worden, der noch 1967 erwähnt wird, aber spätestens 1992 verschwunden war. Der Stein trug die Inschrift: "Hier ruhen 10 unbekannte KZ-Häftlinge. 1958 wurden die Gebeine in einen Sammelfriedhof gebracht".