.
Logo des Hauses der Bayerischen Geschichte
Markt Markt Schwaben


 

AMTLICHE WAPPENBESCHREIBUNG (BLASONIERUNG)
In Rot auf schwarzem Dreiberg ein golden bewehrter silberner Falke.


WAPPENGESCHICHTE
Das Gemeindewappen knüpft an das redende Wappen der ehemaligen Grafschaft Falkenstein an: Ein weißer Falke mit aufgehenden Flügeln auf einem schwarzen Berg im roten Feld. Die Wappenführung geht zurück auf das Jahr 1409, als Herzog Stephan III. dem Markt Schwaben ausdrücklich das Wappen, das „uns von unser Grafschaft Valkenwerg ledig worden“ ist, als Siegelbild verlieh. Das älteste Siegel ist in Abdrucken nicht überliefert. Das zweite, mit 1444 datierte Siegel zeigt das Wappen im Halbrundschild. Die erste farbige Wiedergabe von 1562 durch Apian folgte den Angaben im Wappenbrief von 1409, in dem auch von einem "bannier" (Fahne) die Rede ist. Darauf wurde 1954 bei der Annahme der weiß-roten Gemeindefahne hingewiesen.
Dass sich die Verleihungsurkunde von 1409 ausdrücklich auf Falkenberg im heutigen Landkreis Ebersberg bezieht, wurde in der heraldischen Literatur bisher nicht ausreichend gewürdigt. Für den Hinweis auf diese Problematik ist Herrn Otmar Langwadt, Markt Schwaben, zu danken. Falkenberg ist als früher Sitz wittelsbachischer Ministerialen und Mittelpunkt des Amtes Falkenberg, jedoch nicht als Dynastenburg bekannt. Bereits im frühen 14. Jahrhundert war das herzogliche Amt Falkenberg mit dem Amt und Gericht Schwaben verbunden. Seit der Wappenbeschreibung von Otto Hupp 1912 wurde Falkenberg jedoch als Falkenstein identifiziert („Valkhenburgh = Falkenstein“) und als historische Tatsache festgeschrieben, die von Klemens Stadler übernommen wurde.
Tatsächlich gab es nie eine „Grafschaft Falkenberg“, deren Wappen „ledig worden“, also an das Haus Wittelsbach heimgefallen war. Diese Aussage des Wappenbriefs von 1409 kann sich nur auf das Wappen der Grafen von Falkenstein beziehen, das nach deren Aussterben um 1272 und dem Heimfall der Besitzungen zwischen Rosenheim und Kufstein an das Herzogshaus frei verfügbar geworden war. Herrschaftsgeschichtliche Verbindungen zwischen der Burg Falkenberg zur Grafschaft Falkenstein im Inntal sind jedenfalls nicht ersichtlich. Nur ein für ein Wappenbild bestens geeigneter Falke ist Bestandteil der beiden Burgnamen.
Bei der „Grafschaft Falkenberg“ handelt es sich also um eine terminologische Unschärfe im Wappenbrief von 1409. Einerseits wird zunächst (oder auch) auf das nahe gelegene, der Bevölkerung vor Ort als früherer Herrschaftsmittelpunkt bekannte Falkenberg Bezug genommen. Der Begriff „Grafschaft“ assoziiert einen höheren Status in Anlehnung an die bedeutende Grafschaft Falkenstein, deren Wappen ledig wurde. Diese Sachlage hat wohl schon Hupp zur Gleichsetzung mit Falkenstein im Inntal bewegt.
Das Falkensteiner Wappen ist aber auch deshalb in die Deutung mit einzubeziehen, weil ein eigenes Falkenberger Wappen nicht überliefert ist. Die Burg Falkenberg war Sitz wechselnder herzoglicher Ministerialen und nicht einer Familiendynastie, von der ein Wappen angenommen werden könnte. Deshalb kann auch ein Falkenberger Wappen nicht an bayerische Herzöge heimgefallen sein. Ein Falke gelangte als für den Namen Falkenberg redendes Bild auch in das Gemeindewappen von Moosach. Überhaupt ist der Falke auf einem Dreiberg ein auch außerhalb Bayerns verbreitetes, für Falkenstein- und Falkenberg-Orte redendes Wappenbild.



WAPPENDATEN
Wappenführung seit 1409

Rechtsgrundlage  Verleihung des Wappens durch Herzog Stephan von Bayern

Beleg  Wappenbrief vom 22.02.1409

Elemente aus Familienwappen von Falkenstein


LITERATUR
Hupp, Otto: Die Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer, 6. Heft: Oberbayern und Niederbayern, Frankfurt am Main 1912, S. 59, 62
Stadler, Klemens: Deutsche Wappen, Bd. 6, Bremen 1968, S. 15
Bayerisches Städtebuch, hg. v. Erich Keyser und Heinz Stoob, Stuttgart 1974, Bd. 2, S. 359
Maicher, Peter: Falkenbergs vergangene Größe – eine Erinnerung. Verschwundene Burg – 400-jähriges Schloss – vergessene Hofmark, in: Land um den Ebersberger Forst 17/2014 (2015), S. 94-196, bes. S. 102 ff., 109
Mayr, Gottfried: Ebersberg - Gericht Schwaben (Historischer Atlas von Bayern, Altbayern 48), München 1989, S. 124 ff., 343 ff., bes. S. 345


FAHNE
Weiß-Rot (seit 1954)
Weitere Informationen zu den Fahnen erhalten Sie bei www.kommunalflaggen.de



BEARBEITUNG
Emma Mages

 

SUCHE

DATEN KOMPAKT
Bezirk  Oberbayern
Landkreis  Ebersberg
Fläche  10.87 qkm
Einwohner  12884
Ew/qkm  1185
Breite  48.2 Nördliche Breite
Länge  11.8833 Östliche Länge
GKZiffer  9175127
PLZ  85570
Region  Region 14 München
KFZ-Kennz.  EBE 
Internet  Markt Markt Schwaben
E-Mail  Markt Markt Schwaben
 
1. Bürgermeister Georg Hohmann
Schloßplatz 2 85570 Markt Schwaben (Hausanschrift)
Postfach 1106 85568 Markt Schwaben (Postanschrift)
Telefon +49 (0)8121 418-0
Fax +49 (0)8121 418-99



WAPPENGALERIE
Mit My Wappen haben wir eine Fotogalerie eingerichtet, in der Sie ihre Gemeindewappen präsentieren können. Unsere Besucher haben schon 2933 Fotos in My Wappen eingestellt.
Es funktioniert ganz einfach: Neues Wappen-Foto hochladen.

KARTE