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Eugen Felle ľ Postkartenmaler aus Isny im Allgńu

Das Haus der Bayerischen Geschichte verfŘgt in seinem Bildarchiv Řber eine Sammlung von knapp 10.000 Postkarten zu unterschiedlichen Themen der Geschichte Bayerns. Mit dem 2010 erworbenen Bestand von Řber 1000 Ansichtskarten und ca. 250 Aquarellen mit der Darstellung bayerischer Stńdte, Mńrkte und Gemeinden des aus Isny stammenden Malers Eugen Felle (1869ľ1934) liegt nun eine landesgeschichtlich bedeutsame Quelle vor, die in diesem Portal erschlossen wird.

Eugen Felle, der seine Ausbildung zum Maler und Bildhauer an der MŘnchner Akademie der Bildenden KŘnste absolvierte, er÷ffnete bereits in seinen Studienjahren 1892 in seiner Heimatstadt das äAtelier Felleô, das er 1898 erweiterte als äAtelier fŘr kŘnstlerische Zeichnungen und EntwŘrfe, Spezialitńt: Stńdte und Landschaften aus der Vogelschau, Alpenpanoramen, EntwŘrfe in Feder und Aquarellô.

Den Entwicklungen seiner Zeit gegenŘber aufgeschlossen, wandte sich Felle bald der Herstellung von nach seinen Originalzeichnungen gedruckten Bildpostkarten zu. Seit 1885 waren Bildpostkarten offiziell zugelassene Postmittel, ein Medium, das sich fŘr Felle zu einem guten Geschńft entwickelte. Mit seinen kŘnstlerisch anspruchsvollen, detailliert ausgefŘhrten Ansichtskarten machte er sich bald einen Namen. 1910 beschńftigte das Atelier bis zu sechs Zeichner, um die Auftrńge bewńltigen zu k÷nnen. Der Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung ľ 1916 wurde Felle sogar die Fertigung von Vogelschaukarten verboten, damit nicht etwa dem Feind brauchbare Orientierungskarten in die Hńnde fielen. Seine Einnahmequelle waren nun Federzeichnungen und Aquarelle der Burgen und Schl÷sser in Oberbayern und Schwaben.

Nach dem Krieg konnte Felle wieder Fu▀ fassen im Ansichtskartengeschńft ľ der zunehmende Fremdenverkehr, der sich moderner Werbemittel bediente, bot eine stabile Auftragslage: Gastwirte, Hotelbesitzer, Kurhńuser warben mit Felle-Postkarten fŘr ihre Einrichtungen. Natursch÷nheiten, Gebirgspanoramen, Ausflugsziele waren die Motive, mit denen fŘr den Sommeraufenthalt in den bayerischen Bergen geworben wurde.

Neben der realistischen Wiedergabe der Orte und Landschaften fńllt auf, dass Eugen Felle gerne die Errungenschaften seiner Zeit in die Bilder einbrachte. So sieht man auch immer wieder Autos auf seinen Ansichtskarten, was damit zusammenhńngt, dass der KŘnstler selbst ein begeisterter Automobilist war. Wie sein Enkel, Dr. Manfred Felle, berichtet, hat sein Gro▀vater hier sein eigenens Auto verewigt, eines der ersten Automobile in Isny. Auch mit einem Hochrad war Felle unterwegs gewesen, wie er denn Řberhaupt sehr interessiert an den neuen Formen der Mobilitńt war ľ Eisenbahn, Zeppelin, Flugzeug finden sich ebenfalls auf seinen Ansichten.

Eugen Felle fertigte seine Zeichnungen vor Ort an, die sorgsam bearbeiteten Originale gingen als Druckvorlage an die jeweilige Druckerei. FŘr nicht so anspruchsvolle Auftrńge oder fŘr Werbepostkarten setzte er auch Fotografien ein, die schwach belichtet und ausgemalt wurden. Felle lie▀ in Isny, Kempten, MŘnchen, Dresden drucken, zuerst im Chromolithografie-, spńter im Tiefdruckverfahren. Die Karten erschienen in verschiedenen Verlagen oder wurden von Einzelhńndlern vertrieben.

Neben den beliebten äGru▀ aus ůô-Karten fertigte Felle ganze Stńdteserien nach historischen Ansichten. Ab 1915 schuf er dann die meist nur mit dem Ortsnamen versehenen detailgetreuen Ansichten bayerischer Stńdte und Gemeinden, die sich fŘr uns vor allem durch ihren hohen dokumentarischen Wert auszeichnen, verzeichnen sie doch immer wieder Baubestńnde, die heute nicht mehr existieren.

Eine umfassende WŘrdigung von Leben und Werk Eugen Felles bietet die 1999 an der Hochschule fŘr Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH) vorgelegte Diplomarbeit von Ines Ebert.

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