Burgen
in Bayern

Schloss Treuchtlingen - Stadtschloss Treuchtlingen

Für Treuchtlingen wird spätestens ab 1095 mit einer Gerhil de Truthilingun ein Ortsadel fassbar. Doch schon 899 ist ein dominus Ederammus in Drutelingam bezeugt. Die Existenz einer zweiten Burg, der so genannten Oberen Burg, ab 1140 erschwert die exakte lokale Zuordnung der Personen. 1229 wird ein Ulricus de Truchtelingen als Reichsministeriale genannt, der in die Auseinandersetzungen zwischen den Pappenheimern auf staufischer Seite und den bayerischen Herzögen verstrickt war. 1346 erscheint die nidern vest ze Truhtelingen erstmals urkundlich. Nach dem Aussterben der Familie von Treuchtlingen ging die Herrschaft 1406 an die Grafen von Seckendorf und von diesen 1447 an die Reichsmarschälle von Pappenheim, die 1455 auf der Unteren Burg eine eigene Linie gründeten. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Stadt und Schloss wiederholt beschädigt. Mit dem Erlöschen der Pappenheimer fiel die Herrschaft Treuchtlingen 1647 an die Markgrafen von Brandenburg zurück. 1789 ersteigerte die Familie Aurnhammer das verwahrloste Schloss und baute es ab 1842 und erneut 1872 als Bortenfabrik aus. 1979 erwarb die Stadt den Gebäudekompex und renovierte ihn 1982 bis 1984 als Kurmittelhaus, wobei bauhistorische und großflächige archäologische Untersuchungen durchgeführt wurden.

Text: Joachim Zeune

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Koordinaten: 10.911380, 48.956149

Baugeschichte

Über die Baugeschichte des Stadtschlosses war bis 1984 wenig bekannt. Die Rettungsgrabung erbrachte dann allerdings spektakuläre neue Erkenntnisse. Demzufolge stand die Burg auf einem Altsiedelplatz, dessen Befunde und Funde von der Urnenfelderzeit bis in das 7./8. Jahrhundert n. Chr. reichten. Noch im späten 11. Jahrhundert errichtete man einen wohl quadratischen Wohnturm von 13 Metern Seitenlänge, dessen Ostende verloren ging. Ihn ummantelte eine Ringmauer in nur 4 Meter Abstand. Wohl um 1300 kam es zur Errichtung einer quadratischen Kastellburg von 30 metern Seitenlänge, die im 15. Jahrhundert durch einen 6 bis7 Meter breiten Zwinger vergrößert wurde. Die 1495 brandzerstörte Wasserburg wurde 1575 durch Veit I. von Pappenheim zu einem dreiflügeligen Renaissanceschloss ganz new und wohl erbauet. Damals entstanden auch die heutige Ummauerung mit dem Türmchen am Südosteck (Miniaturschlüsselscharten!) und der Torvorbau an der Nordseite. Weitere Umbauten erfolgten um 1800, 1842, 1872 und vor allem 1885, als man den gesamten Gebäudekomplex im Stil der Neorenaissance überformte.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die Umleitung der Altmühl in den 1920er-Jahren veränderte gemeinsam mit der intensiven neuzeitlichen Bebauung die originale Topografie des Burgplatzes. So lässt sich kaum mehr nachvollziehen, dass das Stadtschloss mit seinen Vorgängerbauten einst in einer Schleife der Altmühl stand. Sichtbar sind heute der Nord- und Ostflügel des ab 1575 errichteten Renaissancschlosses, das seinen Westflügel eingebüßt hat. Der viergeschossige Erker am Nordosteck sowie der halbrunde Treppenturm im einspringenden Winkel zwischen Nord- und Ostflügel gehören dieser Bauzeit ebenso an wie die kleine Barbakane vor dem Torbau in der Nordseite. Tatsächlich nutzt diese Bauphase ältere Mauerzüge als Fundamente. Außen wie innen prägt der neorenaissancezeitliche Umbau von 1885ff. das heutige Erscheinungsbild maßgeblich.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Das Stadtschloss Treuchtlingen beherbergt heute im Ostflügel die Kur- und Touristinformation sowie das Informationszentrum des Naturparks Altmühltal. Außerdem finden Sie hier ein Posamenten-Museum sowie eine Ausstellung über den Geopark Ries.

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