Burgen
in Bayern

Schloss Neuschwanstein Schwangau-Hohenschwangau

Am Platz des heutigen Schlosses stand bis 1868 die mächtige Burg Schwangau, die indirekt erstmalig 1146/47 mit Hiltipolt de Swanegowe greifbar ist, dessen Familie in Diensten der eigentlichen Burgherren, der Welfen, stand. Die Erwähnung 1090/97 als castrum Swangowe entpuppte sich als moderne Fälschung. Die verfallene Burk ze Swango wurde bis 1307/08 zu der Doppelburg Vorder- und Hinterhohenschwangau ausgebaut. 1523 ergab eine Inspektion, dass beide Burgen zerfallen … unnd ... ganz paufellig seien, man in Vorderhohenschwangau aber Baumaterial zum Wiederaufbau eingelagert habe. 1536 fanden sich auf beiden Burgen unter anderem ein eisernes Geschütz, vier kurze Eisenbüchsen, 16 Hakenbüchsen, vier Langspieße, zwei Hellebarden, diverse Harnischteile, zwei Tartschen, zweieinhalb Tonnen Pulver und 2000 Pfeile. Nachdem 1535 die Augsburger Patrizierfamilie Baumgartner die Doppelburg erworben hatte, war diese bereits 1611 wieder baufällig. 1868 begann König Ludwig II. von Bayern mit der „Restauration“ der alten Burg, indem er die Burgruine komplett wegsprengen und durch seine Vision der Gralsburg ersetzen ließ. Gegen 1891 vertauschte man die Namen der Königsschlösser: Das „Neue Schloss Hohenschwangau“ wurde zum Schloss Neuschwanstein, das alte Schloss Schwanstein dagegen zum Schloss Hohenschwangau.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.749704, 47.557579

Baugeschichte

Die alte Burg Schwangau erhob sich von einem zweigeteilten Felsen. Ihren Hauptbau bildete ein mächtiges Turmhaus auf dem östlichen Fels, das wiederholt als „römischer Wartturm“ fehlinterpretiert wurde. Die beachtliche Größe dieses Turmes (Grundfläche 15 x 16 Meter; Mauerstärke 1,8 Meter) verweist auf das frühe 12. Jahrhundert. Noch vor 1307/08 erfolgte ein Ausbau zu einer Doppelburg, wobei die alte Vorburg auf dem westlichen Felsen zur Burg Vorderhohenschwangau, das Turmhaus zur Burg Hinterhohenschwangau wurde. Durch die Absprengung des Felsens bis in 8 Meter Tiefe zur Schaffung eines großen Bauplateaus wurde 1868 diese Burganlage komplett beseitigt. Der Neubau König Ludwigs II. ist ein freier Neubau, wobei der geplante, aber nie ausgeführte Bergfried eine Reminiszenz an den alten Wohnturm darstellen sollte. Beim Tod Ludwigs 1886 war Neuschwanstein nur teilvollendet.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Schloss Neuschwanstein erhebt sich von einem steilen Felsen etwa 200 Meter über dem Tal auf 1008 m ü NN, dabei das gesamte Alpenvorland beherrschend. Es visualisiert König Ludwigs fantastische Vision einer turm-, erker- und zinnenreichen Gralsburg, einer theatralisch-dramatischen Kulissenburg aus neoromanischen, neugotischen, maurisch-byzantinischen Stilelementen, aus Versatzstücken der Wartburg, des Schlosses Braunfels und des Burgschlosses Pierrefonds in Frankreich. Die Erstentwürfe stammen vom Burgenmaler Ferdinand Graf von Pocci und vom Bayreuther Bühnenmaler Christian Jank, wobei König Ludwig seinem Burgneubau den „deutschen“ Stil der Romanik verordnete. Freskenzyklen verwandelten das Schlossinnere in einen Bildersaal altdeutscher Geschichte.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Internetseite neuschwanstein.de bietet alle für den Besuch dieses wohl berühmtesten „Märchenschlosses“ nötigen Informationen.

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