Burgen
in Bayern

Schloss Hohenschwangau Schwangau-Hohenschwangau

Als frühester Vorgänger des heutigen Schlosses wird 1363 ein Synweln Turm erwähnt – ein Rundturm, auch der Swan genannt, der ab 1476 dann als Burg Schwanstain erscheint und einer Seitenlinie der Herren von Schwangau gehörte. 1535 erwarb der Augsburger Patrizier Johann Baumgartner die Herrschaft samt der notdürftig instand gehaltenen Burg und ließ sie von 1538 bis 1547 durch den neapolitanischen Baumeister Lucio de Spari ausbauen. 1567 kaufte Herzog Albrecht V. von Bayern die Herrschaft samt Burg, auf deren Basteien man 1586 Geschütz und Pulver einlagerte. Bereits 1611 war Hohenschwangau wieder weitgehend baufällig. Im Jahr 1820 rettete Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein das mehrfach kriegsbeschädigte Burgschloss vor dem Totalabbruch. 1832 erwarb Kronprinz Maximilian das ruinöse Gemäuer und ließ es von 1833 bis 1837 durch den bekannten Künstler und Architekten Domenico Quaglio neugotisch überformen. 1891 benannte man die Burg Schwanstein in Hohenschwangau um, während die alte Burg Hohenschwangau damals zum heute weltberühmten Schloss Neuschwanstein wurde. Heute zieht das durch den Wittelsbacher Ausgleichsfond verwaltete Schloss gemeinsam mit dem neu eröffneten Museum der Bayerischen Könige Besucher aus aller Welt an.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.736702, 47.555654

Baugeschichte

Erbaut wurde Hohenschwangau gegen Mitte des 14. Jahrhunderts als runder Wohnturm. Gestaltgebend war aber der Neubau unter Lucio de Spari 1538 bis 1547. Er schuf einen für den nordalpinen Burgenbau fremdartigen kastenartigen Wohnbau mit drei im Sockel runden, im Aufbau polygonalen Ecktürmen, den ein niedriger Wehrzwinger mit sieben kleinen Basteien umgab. Die Inspiration hierzu dürfte das Castello Nuovo seiner Heimatstadt Neapel geliefert haben. 1611 umfasste das Schloss unter anderem eine Rüstkammer, ein Torstübchen, zwei Weinkeller, zwei Küchen mit Gewölben, eine Pfisterei, eine Hennenstube über dem kleinen Reitstall, ein Milchstüberl, eine baufällige Wasch- und Badestube, eine Zisterne, einen Röhrenbrunnen, drei Gefängnisse, eine „Tortur“ (Folterkammer), zwei Schweineställe sowie mehrere Wirtschaftsbauten im direkten Umfeld, darunter ein großer Reitstall, ein Wagenschuppen, ein Stadel, ein Viehhaus, ein Fischerhaus, ein Fischkalter und ein Tanzhaus. Bei seiner neugotischen Überformung (1833 bis 1837) übernahm Domenico Quaglio im Wesentlichen die Burgmauern des 16. Jahrhunderts, der südwestliche Eckturm kam erst nach seinem Tod (1837) hinzu. Eine Beschreibung aus dieser Zeit erwähnt zusätzlich eine Kapelle, eine Zugbrücke, eine große Uhr in der Torstube und eine Leutnantsstube am Rohrbrunnen. Das Wasser sei vom Hochgbirge in Messingrohren 4000 Fuß, das heißt ca. 1,3 Kilometer weit zum Schloss geführt worden.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Von dem 1363 genannten Synweln Turm ist heute äußerlich unter dem neuzeitlichenVerputz nichts mehr zu erkennen. Erhalten hat sich im Wesentlichen das 1538 bis 1547 entstandene Burgschloss mit den Überformungen und Zubauten von 1833 bis 1837, die in erster Linie die Fassadengestaltung samt Miniaturzinnen betrafen. Das Innere zeigt historisierende Wandmalereien, die einige Höhepunkte der deutschen Geschichte – und somit des Hauses Wittelsbach – illustrieren. Angefertigt wurden sie von Michael Neher, Lorenzo Quaglio und Wilhelm Lindenschmitt, zum Teil nach Vorlagen von Moritz v. Schwind.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Schlossbesichtigungen sind nur im Rahmen einer Führung möglich. Ausführliche Informationen, Öffnungszeiten, Ticketreservierung etc. finden Sie hier.

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