Burgen
in Bayern

Festung Kronach (Rosenberg) Kronach

Schon 1003 wird Kronach im Zusammenhang mit den zerstörten Burgen der Grafen von Schweinfurt als Befestigung ("ad urbem Crana dictam") erwähnt. Von 1122 bis 1803 gehörte der Ort Kronach zum Bamberger Hochstift und wurde in dieser Zeit sukzessive ausgebaut. Der Bamberger Bischof Otto I. (1103-1139) maß diesem östlichen Eckpfeiler des Bistums große verwaltungspolitische Bedeutung bei. Er soll dort, wie es urkundlich heißt, 1122 ein steinernes Haus mit Turm errichtet haben, das vermutlich aber nahebei in Eichelberg stand. Der Name „Rosenberg“ taucht erstmals 1249 in einer Bulle des Papstes Innocentius IV. aus dem Jahr 1249 auf, ein "castrum" im Langenstädter Schiedsspruch von 1260. Weitere, vor allem aber konkrete Nachrichten zur mittelalterlichen Geschichte der Burg sind äußerst dürftig. Das Kronacher Stadtsiegel von 1320 zeigt eine zinnenbekrönte Felsburg, auf deren Turm Rosen wachsen. Anfang des 17. Jahrhunderts werden Basteien erwähnt. 1655 begann Fürstbischof Philipp Valentin Albert Voit von Rieneck mit dem Bau einer sternförmigen Festungsanlage. 1888 erwarb die Stadt die Festung, in der heute die Fränkische Galerie untergebracht ist.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.327752, 50.244584

Baugeschichte

Die Baugeschichte der mittelalterlichen Burg ist, ganz im Gegensatz zum bastionären Festungswerk, äußerst schlecht erforscht. Der Bergfried als vermutlich ältester sichtbarer Baukörper datiert in die Zeit kurz vor 1320, da er auf dem Stadtsiegel bereits dargestellt ist. Der Ausbau der Vierflügelanlage begann vermutlich unter Fürstbischof Lampert von Brunn (1344-1399), in den beiden nachfolgenden Jahrhunderten gestaltete man die Burg zum fürstbischöflichen Wohnschloss um. Um 1564 entstand unter anderem der geschwungene Renaissancegiebel des Fürstenbaus. Spätestens gegen Ende des 15. Jahrhunderts existierte ein zweiter Bering – ein innerer Zwinger – mit Mauertürmen und dem heutigen Zeughaustor. 1570 befand sich eine dritte Umwallung – ein äußerer Zwinger – im Bau. Anstelle dieser unregelmäßigen Umwehrung wurden zwischen 1655 und 1680 die heutigen Festungsmauern mit ihren fünf mächtigen Spitzbastionen errichtet, bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Vorwerke im Norden der Anlage angelegt.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Obwohl das Aussehen der Burg durch die neuzeitlichen Wohn- und Festungsbauten bestimmt wird, beherrscht der über 30 Meter hohe quadratische Bergfried noch immer das Zentrum der Anlage. Die vierflügelige eckturmbewehrte Wohnbebauung deutet noch die Größe der älteren Hauptburg an, heute allerdings geprägt von der Renaissancebebauung der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie wird von einer Artillerieumwehrung umgürtet, zu der auch der torflankierende „Dicke Turm“ an der Südwestecke gehört, den man irrtümlicherweise lange für den ältesten Teil der Burg hielt. Ihr trutziges Aussehen verdankt die Burg ihrem eindrucksvollen bastionären Befestigungsring. Sehenswert ist das 1662 baudatierte barocke Prunkportal, das den Zugang in die Festungsanlage gewährt.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Burg Kronach ist ganzjährig zugänglich; Parkplätze am Fuß des Schlossbergs. Öffnungszeiten und ausführliche Informationen, auch zu Führungen (Kasemattenführung, Rundgang, Kinderführung etc.) und Veranstaltungen sowie zur Fränkischen Galerie finden Sie auf der Website der Stadt Kronach.

Für das leibliche Wohl sorgt die Festungsgaststätte Rosenberg. Jugendherberge und Ferienwohnung laden zum Bleiben ein.

Karte

Weitere Bilder