Burgen
in Bayern

Burgschloss Würzburg, Veste Marienberg Würzburg

Archäologischen Funden zufolge war der Burgberg seit der Urnenfelderzeit (1200-800 v. Chr.) befestigt. 686 n. Chr. soll ein castellum Wirciburg existiert haben, das 741/42 als castello quod dicitur Wirzaburg durch Bonifatius zum Bischofssitz erhoben wurde. Ab 1201 erfolgte unter Bischof Konrad von Querfurt ein Neubau, der ab 1253 den Fürstbischöfen aufgrund der heftigen Auseinandersetzungen mit der Bürgerschaft als Dauerwohnsitz diente. 1525 widerstand die stark befestigte Burg einem großen Bauernheer, während sie 1631 nach tapferer Gegenwehr fiel. Ab 1720, als in der Stadt die prachtvolle Bischofsresidenz errichtet wurde, diente die zur Festung ausgebaute Burg nur mehr als Verteidigungswerk, das 1800/1801 hart gegen die Franzosen verteidigt wurde. Die 1803 durch die Säkularisation an Bayern gefallene Veste wurde 1813/14 durch die Schweden erfolglos belagert. 1866 beschossen die Preußen die bayerische Festung, die 1945 schwer zerbombt wurde. Seit dem 19. Jhdt. erfolgten wiederholt Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Veste, für deren Erhalt die Bayer. Schlösserverwaltung verantwortlich ist.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 9.921389, 49.789722

Baugeschichte

Dadurch, dass fast unentwegt an der Burg gebaut wurde, ist deren Baugeschichte äußerst komplex. Aus dem frühen 11. Jhdt. stammt die rundförmige Marienkirche, während Bergfried sowie der Teile des Palas und der Ringmauer in die Jahre nach 1201 zurückreichen. 1308 kam der südöstliche Eckturm („Sonnenturm“, auch „Randersackerer Turm“) hinzu, kurz darauf, um 1340, wurde der 126 m tiefe Brunnen abgeteuft und ein Zwinger angelegt, den Bischof Rudolf von Scherenberg in den 1470er und 1480er Jahren beachtlich verstärkte. 1477/80 erfolgte der Bau der Dürnitz, 1511 der Umbau des Fürstenbaus. Um 1600 verwandelte der große Gegenreformator Julius Echter die Veste in ein prächtiges Renaissanceschloss, das in der 1. Hälfte des 18. Jhdts. zu einer mächtigen Festung mit gewaltigen Bastionen und mehreren Außenforts ausgebaut wurde.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die hoch über der Stadt und dem Main auf einem weitläufigen Vorgebirge thronende Veste greift mit ihren stattlichen Festungswerken tief die Berghänge hinab, wobei der südlich vorspringende, ab 1724 errichtete Maschikuliturm besonders eindrucksvoll ist. Der auf dem äußersten Ostende des Sporns gelegenen Hauptburg sind westlich zwei Vorburgen vorgelagert, deren innerste durch Julius Echter stark überformt wurde und ein 1605 datiertes Prunkportal aufweist. Imposant ist die um 1470/80 geschaffene Zwingerumwehrung der Hauptburg mit ihrem herrlichen Doppelturmtor („Scherenbergtor“) und dem breiten Halsgraben. Im komplett umbauten Hof der Hauptburg stehen die barock überformte Rundkirche als ältester Bauteil des Burgschlosses, der kraftvolle, noch immer 42 m hohe Rundbergfried mit seinem jüngeren Treppenanbau und der „Tiefe Brunnen“. Die Randbebauung wuchs in unterschiedlichen Zeiten zusammen, wobei der südliche Trakt, der „Fürstenbau“, noch Teile des alten Palas enthält. Im Süden liegt der Bibliotheksbau, im Westen das alte Zeughaus, im Norden der Kammerbau.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Heute befindet sich die Veste Marienberg im Besitz der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Die Führungen finden von April bis Oktober jeweils täglich außer montags um 11, 14, 15 und 16 Uhr sowie am Wochenende zusätzlich um 10 und 13 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 3,- € (2,- € ermäßigt).
In der Anlage sind auch zwei Museen untergebracht. Das Fürstenbaumuseum widmet sich in erster Linie der Stadtgeschichte Würzburgs und umfasst neben dem Fürstensaal auch die fürstbischöflichen Schatzkammern. Geöffnet ist das Museum von März bis Oktober täglich außer montags von 9 bis 18 Uhr, der Eintritt beträgt 4,- € (3,- € ermäßigt).
Im Mainfränkischen Museum sind neben der Stadtgeschichte sowie der Vor- und Frühgeschichte auch Exponate zu Malerei, Skulptur und Kunsthandwerk zu sehen.
Geöffnet ist das Mainfränkische Museum von April bis Oktober täglich außer montags von 10 bis 17 und von November bis März täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt 4,- € (3,- € ermäßigt).
Es können auch verschiedene Kombinationskarten für Veste und Museen erworben werden.
Sehenswert ist der im 16. Jahrhundert angelegt Fürstengarten an der Ostseite der Festung. Zu betreten ist der Park von April bis Oktober von 9 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen finden Sie unter Homepage und Homepage.

Karte

Weitere Bilder