Burgen
in Bayern

Burgschloss Kronwinkel Eching

Ursprünglich trug die auf dem Grund und Boden des Klosters Tegernsee mit dessen Zustimmung erbaute Burg den Namen Altenpreysing. Sie stellt den Stammsitz der Herren von Preysing, die mit "Gerunch de Prisingan" 1093 erstmals erscheinen, nach 1200 in Diensten der Wittelsbacher standen und 1465 in den Freiherrenstand aufstiegen. Im 17. Jahrhundert ging Kronwinkel an die Linie der Preysing-Hohenaschau, die 1664 in den Reichsgrafenstand aufrückten. 1679 wurde die kurz zuvor erbaute Schlosskapelle St. Antonius von Padua geweiht. 1830 erwarben die Grafen Preysing-Moos Kronwinkel, das sie aber bereits 1836 an die Grafen Preysing-Lichtenegg veräußerten. Das Burgschloss befindet sich bis heute im Besitz der Grafen von Preysing.

Text: Joachim Zeune

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Koordinaten: 12.039063, 48.492535

Baugeschichte

Älteste Bauteile sind der runde Bergfried und die umlaufende, bis zu 1,4 Meter starke Ringmauer, die beide noch ins 12. oder 13. Jahrhundert gehören sollen. Freiherr Albrecht errichtete 1578, nach der Auflösung des Lehensverhältnisses mit dem Kloster Tegernsee, den „Lehenstock“, der 1860 um ein Geschoss reduziert wurde. Die restlichen Gebäude entstanden erst im 16. und 17. Jahrhundert. So wurde 1673 die Turmkapelle St. Antonius von Padua eingebaut. 1860 und 1880 überformte man einige Bauten, darunter Lehenstock und Torbau, im damals beliebten Stil der Neugotik. Zugleich erhielt das Burgschloss seine malerischen Zinnengiebel. Weitere kleinere Eingriffe erfolgten in Zusammenhang mit der kontinuierlichen Wohnnutzung.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Das von einem Bergsporn des Isartals aufragende Burgschloss wird noch immer von seinem 22 Meter hohen, trutzigen Bergfried beherrscht. Es weist eine länglich-ovale Gestalt auf, wobei das Gelände nach Norden, Nordosten und Nordwesten steil abfällt. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte von Südosten, optisch vom Bergfried geschützt, wo jenseits des Halsgrabens ein jüngerer Torbau aus der Ringmauerflucht vorspringt. Der schmale Burghof wird an allen Seiten von Baulichkeiten umsäumt, die allesamt – mit Ausnahme des am Südende einst frei aufsteigenden Bergfrieds – keine mittelalterliche Bausubstanz erkennen lassen. Der am Nordende quer stehende Lehenstock stammt aus der Zeit um 1578 und zeigt noch vier originale Geschosse. Unklar ist die Position des alten Palas, den man an der Nordseite vermuten möchte. Der wuchtige Bergfried weist bei einem Außendurchmesser von 11 Meter eine beachtliche Sockelmauerstärke von 3, 5 Meter auf. Sein Backsteinmauerwerk verringert sich oberhalb des Sockels auf 1,7 Meter Mauerdicke. Der rundbogige Eingang öffnet sich in 7 Meter Höhe, der ebenerdige Zugang ist eine spätere Zutat. Im Inneren wurde der Turm durch den Einbau der Schlosskapelle, die im Stil des Rokoko gehalten ist, völlig verändert. Original sind wohl noch die rundbogigen Lichtöffnungen in den Obergeschossen.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Das Burgschloss befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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