Burgen
in Bayern

Burgschloss Dillingen Dillingen

Bereits im 12. Jahrhundert benannte sich ein Grafengeschlecht nach Dillingen, das 1258 an das Hochstift Augsburg vermacht wurde. Dillingen diente fortan als Pflegamtssitz sowie als gelegentliche Residenz der Augsburger Bischöfe. 1595 brannte das inzwischen zu einem Burgschloss ausgebaute Gebäude aus. Am inzwischen wiederholt sanierten und renovierten Burgschloss musste in den letzten Jahren eine aufwändige statische Sicherung durchgeführt werden.

Text: Joachim Zeune

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Koordinaten: 10.495065, 48.576135

Baugeschichte

Älteste sichtbare Baureste aus der Zeit nach 1230 (1258ff.?) sind der Ringmauerzug im Nordosten mit seinen beiden Bergfrieden und dem zwischen ihnen liegenden Palas, die kräftiges Buckelquadermauerwerk aufweisen, nachfolgend aber massiv überformt wurden. Ob sich Bauteile der Burg des 12. Jahrhunderts erhalten haben, könnte nur eine kompetente Bauforschung abklären. Im 15. Jahrhundert versah Bischof Petrus von Schaumburg den Palas mit einem Gewölbe, das zur Unterbringung des Bistumsarchivs diente. Zwischen 1485 und 1520 wurden entlang der Ringmauer weitere Bauten zugefügt, darunter um 1500 die Schlosskapelle, deren Bau eine Verlagerung des Zugangs an die Westseite bedingte. Bischof Johann von Gemmingen beseitigte die Bauschäden von 1595. Bischof Heinrich von Knörringen ließ um 1600 den Rittersaal mit einer prachtvollen Deckenmalerei versehen. Einer umfassenden barocken Umgestaltung unter Bischof Christoph von Freyberg in den 1680er-Jahren folgte um 1740 unter Bischof Johann Schenk von Stauffenberg eine Verheitlichung der Fassaden. Heute ist das Finanzamt in den Schlossräumen untergebracht.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Der nach einer neuerlichen Sanierung bzw. statischen Sicherung stabilisierte Schlossbau ist strukturell in die Architektur des hübschen Städtchens Dillingen eingebunden. Es zeigt nach den massiven Überformungen des 17. und 18. Jahrhunderts eine imposante, geschlossene Erscheinung, die trotz der barocken Überformung noch immer wesentlich von der hochmittelalterlichen Grundgestalt bestimmt wird. Eindrucksvoll ist das kraftvolle Buckelquadermauerwerk an der 1,8 bis 2,1 Meter dicken Ringmauer und den ihr mauerbündig aufsitzenden beiden Bergfrieden, die Seitenlängen von 9,5 x 9,5 Meter und 8,5 x 10,0 meter sowie Mauerstärken bis zu 3 Meter aufweisen.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Im Burgschloss Dillingen befindet sich heute das Finanzamt Dillingen. An jedem ersten Montag im Monat ist die St.-Johannes-Schlosskapelle im Rahmen einer ökumenischen Andacht (7.30 Uhr) öffentlich zugänglich.

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