Burgen
in Bayern

Burgschloss Aufsess (Unteraufsess) Aufseß

Die als Burg Unteraufsess bekannte Burg Aufsess ist der Stammsitz des Geschlechts der Edelfreien von Aufsess, die später auf Freienfels und Wüstenstein weitere Hauptsitze gründeten und sich zu einer der mächtigsten Familien in der Region entwickelten. Schon 1114 ist von einem Herolt de Ufsaze die Rede, die Burg selbst wird erstmals 1327 erwähnt. Nach einer Familienfehde 1378 entstand durch die Aufgliederung der Burganlage eine Ganerbenburg, die 1436 durch die Hussiten und 1525 im Bauernkrieg zum Teil erhebliche Beschädigungen erfuhr. Weitere Zerstörungen erlitt sie 1633 durch kroatische Truppen im Dreißigjährigen Krieg. Nach Zwistigkeiten zwischen den Brüdern Friedrich und Karl Heinrich errichtet letzterer das wehrhafte Schloss Oberaufsess gegenüber bzw. oberhalb der Stammburg. Beide Burgen sind noch heute im Besitz der Familie.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.228156, 49.882953

Baugeschichte

Von der Kernburg des 12. Jahrhunderts zeugen noch das vermutlich 1136 errichtete so genannte Meingotz-Steinhaus und der etwas später daran angebaute Bergfried. Der Burgfriedensvertrag von 1395 verzeichnet eine Kernburg mit Graben und Umwehrung, drei Kemenaten und zwei Toren. Umschlossen wurde die Burg von der "Muntat", einer ausgedehnten Vorburg mit Graben, turmbewehrter Ringmauer mehreren Wohnbauten und einem großen Turm. Die Vorburg wurde nach den massiven Zerstörungen 1525 und 1633 nicht wiederhergestellt, stattdessen wurde im 17. Jahrhundert die innere Burg aufwändig umgebaut. Dabei entstand unter Einbeziehung älterer Bausubstanz 1615 und 1677 das heute dominante Gebäude an der Südostecke der Burg. Die ev.-luth. Barockkapelle wurde in den Jahren 1741/42 errichtet.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die Kernburg steht auf einem ostwärts ins Tal vorspringenden Felssporn. Die erheblichen Beschädigungen und Wiederaufbauten durch die Kriege vom 15. bis ins 17. Jahrhundert prägen die Gestalt der heutigen Burg. Die ältesten Teile der Hauptburg, der Bergfried und das Meingotz-Steinhaus, stehen auf einer westlich vorgelagerten, steilen Dolomitfelsrippe. Schräg gegenüber erhebt sich der über Eck stehende, rundturmbewehrte Gebäudekomplex aus dem 17. Jahrhundert, dessen ältesten Teil der Südflügel als so genannte Otto-Kemenate aus dem 14. Jahrhundert bildet. Fast völlig verloren gegangen ist die Vorburg, die einst das gesamte Dorf umzog. Noch 1667 wird vermerkt, dass sie schon über hundert Jahre in Trümmern liege. Erhalten haben sich von ihr nur geringe Reste, darunter das Mühlentor.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Das Schloss Unteraufsess steht zur Verfügung für Urlaubsaufenthalte, festliche Events wie Hochzeiten im fürstlichen Ambiente u.v.m.

Informationen und Rundgang unter www.schloss-unteraufsess.de

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