Burgen
in Bayern

Burgruine Winzer

Die Frühgeschichte der Burg Winzer ist unklar, da die Nennung des Platzes 1009 in einer Schenkungsurkunde an das Bistum Bamberg keinesfalls die Existenz einer Burg erschließt. Später im 11. Jahrhundert sollen dann hochstiftische Ministeriale nachweisbar sein. Die Burg selbst erscheint direkt erst im Jahr 1190, als sie zum Reichslehen deklariert wird. Die zugehörige Vogtei lag im 12. Jahrhundert bei den Grafen von Bogen, Sulzbach und Ortenburg, dann 1252 bei den bayerischen Herzögen, die fünf Jahr zuvor die Burg zerstört hatten. Mit dem Aussterben des Geschlechts der Winzer gingen Burg und Herrschaft 1324 an die Herren von Puchberg. 1558 erbte Ottheinrich von Schwarzenberg Winzer, das schließlich 1603 an Kurfürst Maximilian kam, der hier ein Pflegamt installierte. 1744, im Österreichischen Erbfolgekrieg, sprengten Panduren das Burgschloss, das fortan den Anwohnern als Steinbruch diente, dann aber von König Ludwig I. Anfang des 19. Jahrhunderts unter Denkmalschutz gestellt wurde.

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Koordinaten: 13.068067, 48.728339

Baugeschichte

In Ermangelung einer kompetenten bauhistorisch-burgenkundlichen Untersuchung lassen sich zu den erhaltenen, stark sanierten und auch ergänzten Mauern kaum Aussagen treffen. Gesichert ist aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Bischof Heinrich von Bamberg und Herzog Otto II. eine Wiederherstellung der kurz zuvor zerstörten Burg durch letzteren um 1252. Die Veitskirche wurde 1507 unter Wolfgang von Puchberg erbaut. Ottheinrich von Schwarzenburg nahm ab 1558 den Ausbau zu einem stattlichen Burgschloss vor. 1588 entstand eine neue Kapelle. Im 19. und 20. Jahrhundert erfuhren die Burgreste wenig sensible Sanierungsmaßnahmen. Datierbare bauliche Details sind die Schlüsselscharten im Südzwinger, die diesen in die Zeit um 1500 verweisen.

Baubestand

Die noch immer imposanten Burgreste ragen weithin sichtbar hoch über der Donau oberhalb des gleichnamigen Ortes vom Westrand des „Schlossbergs“ (348 m ü NN) auf. Der Burgplatz wird vom östlich angrenzenden Gelände durch zwei Halsgräben getrennt. Erhalten haben sich Fragmente der einstigen Ringmauer sowie vor allem eines südlich vorgelagerten Zwingers mit zwei eckigen Schalentürmen. Im Westen des Burghofs zeugt ein großer Schutthügel von dem einst freistehenden, quadratischen Bergfried, während eine Binnenmauer im Norden auf einen ehemaligen Wohnbau verweist. Im Westen und Süden sind noch Reste jener Traversenmauern zu sehen, die einst den Markt umfriedeten. Eine Beschreibung aus dem Jahr 1603 erschließt gemeinsam mit einer Ansicht Michael Wenings aus dem Jahr 1721 den damaligen Baubestand des ausgedehnten Burgschlosses. Sie erwähnt unter anderem einen neuen Wachtturm an der Südseite, der zugleich als Uhrturm diente. Das Burgtor in der Südostecke wurde durch zwei kleine Türme betont und durch eine Zugbrücke gesichert. Im Inneren besaß das Burgschloss große gewölbte Keller, eine Kanzlei, schön verzierte Säle, weiterhin eine Kapelle, ein Brauhaus, einen Getreidekasten und Stallungen. Innerhalb eines äußeren Zugbrückentors standen das Pflegerhaus und das Amtshaus.

Touristen Information

Die Burgruine ist frei zugänglich über eine Auffahrt von Osten. Vom „Schlossberg“ aus bietet sich ein weiter Ausblick über das Donautal und in die Vorberge des Bayerischen Walds.

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