Burgen
in Bayern

Burgruine Waldau

Das Geschlecht deren von Waldau erscheint erstmals urkundlich im frühen 13. Jahrhundert. Als Heinrich von Waldau 1315 wegen der Plünderung des Klosters Waldassen in Kirchenbann geriet, befand sich eine Hälfte der Burg infolge Einheiratung im Besitz der Nothaft. Die komplizierte Besitzgeschichte dieser Burghälfte endete 1394 mit deren Abtretung durch Pfalzgraf Ruprecht III. an Tobias und Heinrich von Waldau, die sie dem Pfalzgraf dann prompt zu Lehen auftrugen. 1545 verkaufte Jörg von Waldau seine Besitzungen an Willibald von Wirsberg. Diese fielen 1632 an das Kurfürstentum Pfalz zurück, wonach die Besitzer mehrfach wechselten. Bereits im 17. Jahrhundert war die Burg baufällig. 2006/07 wurde sie restauriert. Heute ist sie bewohnter Privatbesitz und nur an bestimmten Tagen zugänglich.

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.307778, 49.636944

Baugeschichte

Burg Waldau weist, wie an mehreren vertikalen Baufugen deutlich abzulesen ist, eine überaus bemerkenswerte, ungewöhnliche Baugeschichte auf. Ältester Bestandteil ist der wuchtige Bergfried mit seinem kräftigen Buckelquadermauerwerk. Baudetails weisen ihn als einen Bau aus dem 1. Viertel des 13. Jahrhunderts aus. Er stand einst frei und wurde im 14. Jahrhundert durch den Wohnbau im Süden ergänzt. Diese Baumaßnahme mag mit jener Verpflichtung zusammenhängen, in der die Brüder Ulrich, Konrad und Heinrich von Waldau 1347 gelobten, mit ihrer zu erbauenden Veste den Landgrafen von Leuchtenberg zu dienen. Erst im 15. Jahrhundert wurden beide Baulichkeiten durch einen kurzen Zwischentrakt miteinander verbunden. Im frühen 18. Jahrhundert verlegte man die baufällige Dorfkirche in die verwahrloste Burg und baute diese entsprechend um, der Bergfried diente nun als Kirchturm. 1912 erfolgte eine Zurückverlegung der Kirche in das Dorf.

Baubestand

Die stark längliche Hauptburg thront auf einem Nord-Süd ausgerichteten Serpentinitfelsen (heute ein bedeutendes Geotop), der nach Westen und Süden steil zum gleichnamigen Dorf abfällt. Die heute neuzeitlich überbaute Vorburg erstreckte sich halbkreisförmig im Osten. Durch sie führte der Zugang zur Hauptburg, die nach Westen und Norden von einem Zwinger geschützt wurde und im Norden einen kleinen Burghof ausbildete. Der etwa 25 m lange und 6,6 bis 7,8 m breite Gebäudetrakt der Hauptburg setzt sich im Norden aus einem 6,6 x 6,6 m großen Bergfried (Mauerdicke 2,0 m), einem 3,8 m breiten Zwischenteil und einem 14,6 m langen Wohngebäude im Süden zusammen.
Der Bergfried zeigt fein gearbeitete, geschichtete Buckelquader aus Granit sowie einen rundbogigen Hocheingang mit Konsolen für ein hölzernes Podest in seiner Ostseite. Der Mittelbau besitzt in seiner Ostwand noch eine bauzeitliche spitzbogige Tür, während der Wohnbau in seinem Mauerwerk aus Glattquadern einige seiner alten, breit gefasten Sprossenfenster sowie zwei spitzbogige Türen bewahren konnte. Der gesamte Gebäudetrakt südlich des Bergfrieds zeigt eine massive Überformung als Kirchenschiff, indem ein Tonnengewölbe und eine Empore eingebaut wurden. Die mit der Umnutzung verbundene Kirchenausstattung stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert.
Nach Süden schließt an den Hauptburgtrakt ein jüngerer Zugang zum Neuen Schloss an.

Touristen Information

Die Burgruine Waldau befindet sich in Privatbesitz und ist nur an manchen Tagen zugänglich. Aus der Schlosskapelle kam der prächtige Akanthusaltar in die Ortskirche und ist dort jederzeit zu sehen.

Karte

Weitere Bilder