Burgen
in Bayern

Burgruine Treuchtlingen, Obere Burg Treuchtlingen

Für T. wird spätestens ab 1095 ein Ortsadel fassbar, der im Ortszentrum auf einer 1984 archäologisch erfassten Turmburg saß. Die Existenz zweier Burgen ab 1140 erschwert die Zuordnung der Erwähnungen. 1229 wird ein Ulricus de Truchtelingen als Reichsministeriale greifbar, dessen Familie 1422 ausstarb. Von deren Erben, den Herren von Geyern, erwarben 1447 die Reichsmarschälle von Pappenheim T., wo sie 1455 auf der Unteren Burg eine eigene Linie gründeten, die Obere Burg dagegen vernachlässigten. Bereits im 16. Jhdt. war diese ruinös. Mit dem Erlöschen der Pappenheimer 1647 fiel die Herrschaft T. an die Markgrafen von Brandenburg zurück. Die Burgruine wurde 1926 durch den Einbau eines Kriegerdenkmals, 1927 durch die Installierung eines Wasserhochbehälters und 1945 durch Bombenbeschuss stark in Mitleidenschaft gezogen, woraufhin sich 1974 eine „Interessengemeinschaft Burg Treuchtlingen“ gründete, die den Baubestand sicherte, aber auch stark ergänzte. Ab 1989 ließ sie umfangreiche archäologische Grabungen durchführen.
Eine „obere Burg“ wird erstmals 1340 separat erwähnt. Auf ihr saß wohl ab 1300 eine eigene Linie der Herren von T., deren Leitname Wirich war. Archäologisch nachgewiesen sind drei Brände, die sich Mitte des 13. Jhdts., Anfang des 14. Jhdts. und Anfang des 15. Jhdts. ereigneten. Aus der Brandschicht des fr. 14. Jhdts. wurde als herausragender Fund der Burggrabungen ein Topfhelm geborgen.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.902633, 48.956872

Baugeschichte

Durch die archäologischen Grabungen 1989ff. konnte die unerwartet komplexe Baugeschichte umfassend abgeklärt werden. Die älteste Burganlage reicht in die Zeit um 1130/40 zurück und umfasste eine kleine längliche Kernburg, die aus einem Wohnturm mit Ringmauer bestand, und eine westlich anschließende Bebauung durch ein größeres, mehrgliedriges Gebäude (nicht ergraben). Nach Ausweis zweier Mauerzüge reichte damals das Burgareal weiter nach Westen als heute. Im 13. Jhdt. baute man in die Kernburg eine kleine Zisterne ein, eine zusätzliche Filterzisterne entstand im Nordeck des Burgareals. Im frühen 14. Jhdt. überbaute man das Ostende des Hauptburghofs durch ein Wohngebäude. Zugleich verkürzte man die westliche Burgfläche durch eine neue Umwehrung samt Halbschalentürmen, die im Bereich der Hauptburg als Zwinger diente. In einer letzten Bauphase schuf man um 1400 eine nördlich und östlich vorgelagerte, mit Schalentürmen bewehrte Vorburg, die neben Wirtschaftsbauten eine weitere Zisterne enthielt. Den Zugang zur alten Hauptburg sicherte ein Torturm.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Ein die Stadt überragender Bergsporn trägt die noch immer eindrucksvollen Reste der ausgedehnten Burganlage, die aber in beträchtlichem Maße auf Rekonstruktionen gründen.
Die durch einen mächtigen Halsgraben abgetrennte Burganlage wird dominiert von der auf einem Felsriff ruhenden, 30 x 1 5m großen Hauptburg mit ihrem Turmhaus (Seitenlänge 10 m, Mauerdicke 1,8 m), das zum ältesten Baubestand gehört.
Von den restlichen Burgbauten zeugen noch Mauerfundamente.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Anlage ist frei zugänglich und kann auf eigene Gefahr besichtigt werden.
Das jährlich stattfindende Burgfest auf der Burg Treuchtlingen bietet Mittelalterfans alles, was das Herz begehrt. Neben Umzügen, Lagerleben und Schaukämpfen lassen mittelalterlicher Tanz und Musik den Besucher in das historische Flair eintauchen. Auf dem Markt kann man nicht nur altes Handwerk hautnah erleben, sondern sich auch mit mittelalterlichen Speisen und süffigen Getränken versorgen. Informationen zum Fest gibt es unter Homepage.

Karte

Weitere Bilder