Burgen
in Bayern

Burgruine Tännesberg

Das Geschlecht der Tännesberger erscheint im 12. Jahrhundert und wird genealogisch mit der Familie der Paulstorfer in Verbindung gebracht. Letztere hielten Tännesberg im 13. Jahrhunderts und teilten sich in zwei Linien, die auf einer Oberen und einer Unteren Burg saßen. Zwischen 1394 und 1397 veräußerten die Paulstorfer Tännesberg an die Pfalzgrafen, die 1412 dem Ort das Marktrecht verliehen. Von 1444 bis 1466 befand sich Tännesberg im Besitz der Muracher. Die im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zerstörte Burg wurde 1817 als Steinbruch genutzt und gänzlich abgetragen, der Schlossberg in einen Kalvarienberg verwandelt. Heute zeugen nur noch Bodenspuren von der ehemaligen Burg; lediglich der Bergfriedstumpf wurde in den 1990er-Jahren freigelegt.

Koordinaten: 12.324871, 49.530403

Baugeschichte

Die weitgehend nur mehr als Bodendenkmal erhaltene Burganlage lässt keine konkreten Aussagen zur Baugeschichte zu. Historische Abbildungen zeigen zwei Türme, darunter einen hochaufragenden Bergfried. Dieser könnte durchaus noch dem ausgehenden 12. Jahrhundert angehören. Ein die Ostseite schützender Zwinger scheint drei halbrunde Schalentürme besessen zu haben – was ihn in das 15./16. Jahrhundert datieren würde.

Baubestand

Die spärlichen, aber dennoch eindrucksvollen Bodenspuren der einst imposanten Burganlage liegen auf einem langgestreckten, wenig bewaldeten Bergrücken (692 m ü NN), der sich Nord-Süd ausrichtet. Dabei lassen sich drei durch Gräben voneinander getrennte Areale unterscheiden: ein raues Felsgelände im Norden, eine längsrechteckige, erhöhte Kernfläche von 60 x 40 m und eine kreisrunde Erhebung von etwa 20 m Gipfeldurchmesser im Norden, der nach Süden zwei weitere Halsgräben vorgelagert sind. Das Kernareal nahm vermutlich die Wohn- und Wirtschaftsbauten auf und besaß an seiner Ostseite einen schmalen Zwinger mit drei halbrunden Flankierungstürmen. Eine runde Vertiefung im Hofzentrum verweist vermutlich auf den einstigen Burgbrunnen. Der konische Felshügel im Süden gibt Rätsel auf, denn der hier lange vermutete Bergfried stand in Wirklichkeit im Südwesteck der Hauptburg. Der zweite auf den historischen Ansichten sichtbare Viereckturm konnte inzwischen mauerbündig im Nordosteck lokalisiert werden. Der Palas nahm offenbar die Ostseite der Hauptburg ein und mündete wohl nach Norden in einer Kapelle mit östlicher Rundapsis.

Touristen Information

Der Schlossberg Tännesberg, auf dem die ehemalige Burganlag stand, bietet mit seinem Aussichtspunkt auf ca. 693 m Höhe einen schönen Ausblick über das umgebende Naturparkland Oberpfälzer Wald.

Karte

Weitere Bilder