Burgen
in Bayern

Burgruine Sulzberg Sulzberg

Die um 1140 erbaute Burg erscheint 1176 indirekt mit einem Hermann von Sulleberg urkundlich. Noch vor 1237 erhielten die Herren von Sulzberg das hohe Hofamt der Schenken an der Kemptener Fürstabtei. Konrad von Sulzberg verstarb 1358 ohne männliche Nachkommen und vererbte Burg und Herrschaft an seinen Schwiegersohn Marquard von Schellenberg, dessen Familie Sulzberg bis 1525 hielt. Unter ihnen erhielt die Burg um 1485 zu Ehren von Herzog Sigismund von Österreich den Namen "Schloss Sigmundsruh". 1525 ging S. an Friedrich von Freyberg-Eisenberg, der es 1526 an den Kemptener Fürstabt Sebastian von Breitenstein verkaufte. Dieser installierte hier den Sitz des Pflegamts Wolkenberg-Sulzberg, das erst 1648 aufgelassen wurde. Danach geriet S. in Verfall. Zerstörungen erfolgten in den Bauernkriegen 1525 sowie im 30-jährigen Krieg.
Die Burgruine wurde in den 1980er & 1990er Jahren saniert.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.344518, 47.653992

Baugeschichte

Um 1140 wurde die östliche Hälfte des Burgplateaus durch eine kleine Ringmauerburg mit kleinem quadratischen Wohnturm überbaut, westlich schloss jenseits des Halsgrabens die Vorburg an. Ende 12. Jhdt. erhöhte man den Turm und verstärkte man den Torbereich. Ende des 13. Jhdts. erweiterte man die Hauptburg auf doppelte Größe, indem man die westliche Plateauhälfte durch eine Ringmauer einfasste und frontseitigen einen Bergfried erstellte. Hierzu wurde der Halsgraben verfüllt, die Vorburg weiter nach Westen geschoben. Wohl im späten 14. Jhdt. kam im Norden ein unterkellertes Wohngebäude hinzu. Zwischen 1480 und 1485 wurde S. zeitgemäß mit einem Zwinger und mehreren Artillerierondellen befestigt. Die Gründungsburg ging in einem stattlichen Wohngebäude auf, das Nordgebäude im Westhof wurde aufgestockt.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die von einem kleinen Hügel frei aufragende Burgruine zählt zu den imposantesten Burgen des Allgäus. Die Burgmauern sind zwar durch die Sanierung stark überformt, lassen aber immer noch die Vielphasigkeit und einstige Mächtigkeit erahnen. Sehr gut erhalten ist der mit einem Burgmuseum und einem Turmstüberl ausgestattete quadratische, ungewölbte Bergfried. Eindrucksvoll sind weiterhin die Artillerieumwehrung des späten 15. Jhdts. und der ältere, später kräftig überformte Erstbestand im Osten.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Im Bergfried der Burg ist heute ein kleines Museum untergebracht, in dem Funde von Ausgrabungen des Geländes gezeigt werden. Geöffnet ist die Ausstellung von Mai bis November an Sonn- und Feiertagen von 13.30 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 2,- € (1,- € ermäßigt). Besucher werden gebeten, den Parkplatz an der Martinszeller Straße (am alten Sportplatz) zu benutzen.

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