Burgen
in Bayern

Burgruine Schenkenschloss Würzburg

Bis etwa 1600 hieß die Burg "Roßberg". In den 1270er Jahren werden die Schenk von Rossenberg erstmals erwähnt. Sie waren Dienstmannen des Bistums Würzburg und hielten dort das wichtige Hofamt der Mundschenken (daher ihr Name). 1293 wird die Burg gemeinsam mit der Burgkapelle erstmals urkundlich genannt. 1445 brannte sie versehentlich nieder, 1525 steckten sie die Bauern in Brand, woraufhin die Burg wegen der Mittellosigkeit des Georg Schenk 1537 ganz an das Hochstift Würzburg fiel. 1879-1881 nahm sich der neu gegründete Schenkenschloßverein der Ruine an und setzte den Bergfried instand. Die Burg ist heute im Eigentum des Bundesvermögensamtes.

Text: Joachim Zeune

Koordinaten: 9.899117, 49.816011

Baugeschichte

Den Baudetails des Bergfrieds zufolge ist die Erbauung der Burg um 1260/70 anzusetzen. Im 14./15. Jhdt. wurde die Hauptburg mit einem umlaufenden Zwinger versehen. 1448 erfolgten nach einer Brandkatastrophe Instandsetzungsarbeiten. 1580 ist die Erbauung eines Wirtschaftshofes überliefert, um 1600 wurde ein bescheidener Wiederaufbau vorgenommen. Dennoch geriet die Burg bald in Verfall und diente ab dem frühen 19. Jhdt. als Steinbruch. 1879-81 renovierte der Schenkenschloßverein (heute: Verein der Ritter vom Schenken) den Bergfried, den man 1889 durch eine neue ebenerdige Tür erschloss. 1959 und 1997 wurde der Turm erneut saniert, so dass er noch immer begehbar ist.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Weithin sichtbar steht als allerletzter Burgrest der 28 m hohe, schlanke Turm auf einer Hügelkuppe zwischen Würzburg und Veitshöchheim. Die Kernburg bestand aus einem quadratischen Mauergeviert von ca. 26 m Seitenlänge, in dessen Zentrum der Bergfried aufragte. Dieser gehört mit einer Seitenlänge von außen nur 5,4 m zu den kleinsten Vertretern seiner Art. Seine Mauerdicke verringert sich allerdings von unten 2,3 m auf 1,2 m im 8,6 m hoch gelegenen Zugangsgeschoss, das auf einem Tonnengewölbe ruht und einen Abtritt besaß. In der Südostseite öffnet sich der alte Hocheingang, eine gegenüberliegende Tür ist jünger. Von den insgesamt 6 Geschossen ist das oberste, das einen hölzernen Umgang besaß, jünger. Der 3. Stock war bewohnbar, nur der Turmsockel war überwölbt.
Später, im 14./15. Jhdt., wurde um die Hauptburg ein 6 m breiter Zwinger gelegt, der neben mehreren gewölbten Gebäuden an allen vier Ecken kleine Vierecktürme und nach Nordwesten einen Torbau aufwies. Ein breiter Ringgraben schütze die Kernburg.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Ruine ist heute jederzeit zugänglich und auf eigene Gefahr zu besichtigen. Parkmöglichkeiten bestehen begrenzt an der Straße.

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