Burgen
in Bayern

Burgruine Osterburg Bischofsheim an der Rhön

Die Burg wird erstmals 1182 mit Wilhelmus, Guntherus sowie Gerhardus de Osterburc, die in Diensten des Bistums Würzburg standen, wiederholt indirekt erwähnt. Direkt erscheint sie erstmals 1207, als der angeblich auf der O. geborene Bischof Heinrich Caseus eine Urkunde apud Osterburg ausstellte. 1231 wird eine curia in der O. als Burglehen des Boto von Eberstein erwähnt. Die letzte Erwähnung stammt von 1259, als Bischof I(ring) auf ihr urkundete. Angeblich existierte die Burg nur bis 1270, als der Fuldaer Abt Bertho von Leipolz sie gemeinsam mit dem Ort Bischofsheim zerstört haben soll. Eine weitere Zerstörung soll 1288 erfolgt sein. Beide Zerstörungen sind allerdings weder historisch noch archäologisch nachweisbar. Mit Sicherheit existierte die Burg noch im 15./16. Jhdt., ging dann aber rapid ab. Erst 1897 entdeckte der kgl. Forstmeister Max Fuchs die Burgreste wieder und grub daraufhin mit staatlicher Förderung die gesamte Burg aus. Er setzte alle Mauern instand und errichtete den südlichen Rundturm neu als Aussichtsturm, der aber infolge bautechnischer Fehler 1928 gesprengt werden musste. 2007/2008 erfolgte eine erneute Freilegung und Sicherung der Burgreste durch den neu gegründeten Verein „Freunde der Burgruine Osterburg“ und die Eigentümerin Stadt Bischofsheim a.d. Rhön.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 9.981900, 50.400100

Baugeschichte

Die Baugeschichte der O. wird momentan im Rahmen der Sanierung geklärt, ist aber wesentlich komplexer als beschrieben. Demzufolge entstanden um 1170 die Ummauerung des Burgplateaus, der mauerbündig ihrem Südwestende aufsitzende große quadratische Viereckturm und ein Palas an der Südseite, wobei der Zugang von Anfang an von Norden her erfolgte. Wohl kurz nach 1200 errichtete man zum Schutz des Burgtores den mächtigen Nordturm, weiterhin legte man einen teilweise überbauten Zwinger samt Torbau an. Diese Ausbauten wurden durch den Umstand bedingt, dass die O. bereits 1231 (s.o.) als Ganerbenburg mehrere Wohnsitze beherbergte. Der Zwinger wurde im 15./16. Jhdt. partiell erneuert. Der Baubestand ist durch die heftigen Sanierungseingriffe um 1900 stark überformt.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Architektur, Größe und Lage der Burg auf einem weithin sichtbaren Bergplateau sprechen für eine einst bedeutende Burganlage, was auch die archäologischen Funde (heute im Rentamt) bestätigen. Die von einem mächtigen Halsgraben nach Norden, wo die Vorburg anschloss, gesicherte Hauptburg zeigt eine längsovale Gestalt, ist ca. 65 m lang und 25-30 m breit. Sie erhob sich von einem Basaltfels, dessen Säulen an der Südseite wieder sichtbar sind. An beiden Schmalseiten standen Türme: am Südwestende ein großer quadratischer Viereckturm (Seitenlänge 10 m), am Nordende ein wuchtiger Rundturm, neben dem sich das Burgtor öffnete. Um die Hauptburg zog ein 8-12 m breiter Zwinger, der die drei gefährdeten Seiten nach Nordwesten, Nordosten und Südosten sicherte, jedoch nicht die steiler abfallende Südwestseite. Er besaß Gewölbe und breite Treppenaufgänge mit sehr schön gearbeiteten Portalen zur Hauptburg, diente demzufolge den Ganerben als Behausung. Vom Palas, der sich vermutlich an der Südseite erhob, sind kaum mehr Reste sichtbar.
Grundriss der Burg aus dem Jahr 1903.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die westlich von Bischofsheim auf einem Berg gelegene Ruine ist frei zugänglich und auf eigene Gefahr zu besichtigen. Allerdings ist das Gelände aufgrund von 2007 begonnenen Ausgrabungen eventuell nur beschränkt zu begehen. Parkmöglichkeiten bestehen am Aufgang zur Ruine.

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