Burgen
in Bayern

Burgruine Nordeck Stadtsteinach

1104 wird der edelfreie Timo von Nordeck erwähnt, von dessen Sohn Gebhard die Burg Nordeck 1115 an Graf Gotebold von Henneberg kam. 1151 veräußerten Graf Berthold von Henneberg und sein Bruder, Burggraf Poppo von Würzburg, das castrum Nordecche samt der Marktsiedlung Stadtsteinach an den Bamberger Bischof Eberhard II. Von 1184 bis 1231 hielt eine adelige Familie die Burg für das Hochstift, danach saßen auf ihr diverse Amtmänner. 1362 verkaufte Hans von Waldenfels dem Bamberger Bischof Lupold von Bebenburg seine beiden Teile an dem Burgstall zunächst gelegen ob Nordeck der Veste. Im Jahr 1427 wurde Amtmann Fritz beauftragt, die durch ein Feuer zerstörte Burg für 200 Gulden wieder instand zu setzen. 1439 musste Bischof Anton von Rotenhan seine Burg gewaltsam den Brüdern Hans und Fritz von Waldenfels zu Wartenfels abnehmen, was einen Wiederaufbau im Jahr 1453 bedingte. 1522 ließ der berüchtigte Raubritter Hans Thomas von Absberg hier den Nürnberger Kaufmann Balthasar Baumgartner vier bis sechs Wochen einkerkern. Die Zerstörung im Bauernkrieg 1525 bedeutete das Ende für die Burganlage, deren Reste 1934/35, 1959/60 und Mitte der 1980er-Jahre saniert wurden. 2013 ließen die Bayerischen Staatsforsten die Burg fachgerecht untersuchen, um sie einer neuerlichen Sanierung zu unterziehen.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.517939, 50.178177

Baugeschichte

Ein höher gelegener, 1362 erwähnter Burgstall diente wohl dem 1104 erwähnten Timo von Nordeck als Sitz und wurde wohl bald nach 1115 von den Grafen von Henneberg durch eine neue, tiefer gelegene Burg ersetzt. Von dieser frühen Steinburg haben sich beachtliche Teile der Umwehrung, Fragmente eines Zwingers entlang der Südwest- und Südostseite sowie die nördliche Hälfte eines runden Wohnturms erhalten, gekennzeichnet durch gut behauenes und geschichtetes Handquadermauerwerk. Bergseitig existierte jenseits des Halsgrabens ein Vorwerk. Vermutlich im 14. Jahrhundert wurde die durch Überhöhung stark gefährdete Frontseite mit einem Achteckturm gesichert. Der Wohnturm zeigt Spuren umfassender Zerstörungen, die nach 1427 zur Neuerrichtung der Südhälfte und nach 1453 zu einer Aufstockung führten. Etliche Kastenamtsrechnungen von 1500/01 bis 1524/25 übermitteln viele interessante bauliche Details wie einen gedeckten Steg zwischen Kemenate und Palas sowie eine externe Wasserversorgung durch Tonröhren, weiterhin die Existenz eines Sommerhäusleins.
Die Sanierung von 1933 bis 1936, als man den ungewölbten Turm auch ebenerdig erschloss, führte zu optischen Verfälschungen des Turmoberteils.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die Burgruine liegt etwa 2 km nordöstlich von Stadtsteinach im abgeschiedenen Tal der Steinach auf einem felsigen Vorgebirge aus Flaserkalk, eingebettet in dichten Waldbewuchs. Erhalten haben sich der imposante Halsgraben, Teile der Ringmauer mit einem frontseitigen achteckigen Flankierungsturm, das gemauerte Widerlager der einstigen Brücke über den Halsgraben sowie der mächtige, heute noch 10 Meter hohe Rundturmstumpf mit 11 Metern Außendurchmesser (Mauerstärke 2,4 Meter). Von dem nach Südwesten und Südosten vorgelagerten Zwinger verblieben nur Fragmente. Vom Palas ist ein leicht erhöhtes Gelände am talseitigen Ende des kleinen Burghofs erhalten.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Internetseite der Stadt Stadtsteinach informiert über die Burgruine Nordeck, die 2012 zeitweise aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt bleiben musste.

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