Burgen
in Bayern

Burgruine Lichtenegg Birgland-Lichtenegg

Die burck ze lichteneckke erscheint erstmals um 1300 im Nürnberger Reichssalbüchlein. Sie wurde als Lehen von Konrad Truchsess von Sulzbach gehalten, einem Ministerialen der bayerischen Herzöge. 1353 wurde L. an König Karl IV. verpfändet, der hier ein Pflegamt installierte, das allerdingd bereits 1373 wieder an die bayerischen Herzöge zurück fiel. Diese verpfändeten die Burg in der Folge mehrfach, so u.a. 1395 an Pfalzgraf Rupprecht III. Fortan wurde die Burg als pfälzisches Lehen weiterverpfändet, das bis 1428/29 die Familie Kemnather hielt. Da die Burg schon vor 1443 aus der schriftlichen Überlieferung verschwindet, liegt eine Zerstörung 1427 durch die Hussiten nahe. Bis 1562 erwarb der Sulzbacher Landschreiber Sebastion Sedlmayer die Burgruine komplett, verpflichtete sich aber zu deren Neuerbauung. In diesem Jahr teilte er seinem Lehensherrn Pfalzgraf Phlipp Ludwig mit, der habe L. von neuen auferbaut.. Die Verkäufe der 1575 durch Blitzschlag stark beschädigten Burg 1576 an den reichen Kaufmann Hans IV. von Furtenbach und 1580 an Hans Sigmund von Preysing waren von heftigen Streitigkeiten begleitet, die offenbar Bauaktivitäten an der niedergebrannten Burg verhinderten. 1998 gründete sich der Förderverein Burgruine Lichtenegg e.V., der L. gemeinsam mit der Gemeinde seit 2000 saniert.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.593055, 49.481154

Baugeschichte

Jungsteinzeitliche Scherbenfunde belegen eine Besiedlung des Areals unterhalb der Burg zwischen 3.200 und 3.000 v. Chr.
Andere archäologische Funde, darunter eine 1207-1223 datierte Münze, und historische Überlegungen legen eine Erbauung der Burg im frühen 13. Jhdt. nahe. Diese belegte ein Felsriff auf der Kuppe eines hohen Berges und umfasste u.a. einen quadratischen Bergfried. Die 1427 wohl zerstörte Burg wurde erst 1562 wieder instand gesetzt, wobei weitgehend ein Neubau erfolgte. Von ihm zeugt noch der große Palasbau am Südfuß des Burgfelsens. Archäologisch nachgewiesen wurde der Untergang des Palas wohl in dem Brand von 1575.
Der Sanierung ging löblicherweise die Freiholzung des Burgberges voraus, so dass die Burgruine endlich wieder weithin sichtbar das Umland dominiert.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Erhalten haben sich auf einem Felsriff die mächtigen Wände des Palasbaus, Fundamentreste des Bergfrieds und Fragmente der Ringmauer.
Die einst ummauerte Vorburg erstreckte sich südlich des Felsriffs, das die Kernburg trägt und nach Norden sowie Osten senkrecht abfällt. Ihr vorgelagert ist ein Trockenwall unbestimmten Alters. Die innere Ummauerung integriert den Palas und weist noch einen flankierenden Rundturm auf, der offenbar das daneben liegende Tor sicherte. An die Südseite des Felsens angebaut ist der mit 22,0 x 7,5 m recht stattliche Palasbau von 1562ff., von dem sich noch die Außenwände mehrgeschossig erhalten haben. Im Inneren des Palas, neben einer rudimentär erhaltenen Erdgeschosstür, führte eine in den Fels gehauene Treppe ins 1. Obergeschoss.
Vom Bergfried zeugen nur noch wenige Steine.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Burgruine ist ganzjährig frei zugänglich. Unterhalb der Anlage liegt die Burgschänke, die heute eine Gaststätte mit Pension beherbergt. Parkplätze sind an der Gaststätte vorhanden, von hier aus führt ein Aufgang zur Burg.
Die Burgschänke serviert regionale Küche und Schmankerl aus der hauseigenen Backstube und Metzgerei. Informationen zu Restaurant und Unterkunft finden Sie unter Homepage.

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