Burgen
in Bayern

Burgruine Leonrod Dietenhofen-Leonrod

Die Burg wird erstmal indirekt 1218 mit den pueri (Junkern) de Lewenrode genannt, war also damals bereits eine Ganerbenburg. 1235 folgt die Erwähnung eines Rudolfus, miles de Lewenrode im Gefolge von König Heinrich VII. Im späten 13. Jhdt. erscheinen die Herren von L. unter den Dienstmannen der Zollerschen Burggrafen von Nürnberg, steigen später dann zu Freiherren und Grafen auf. 1337 belehnte Graf Ludwig VI. von Oettingen den Albrecht III. von L. mit seinem Teil der Burg. Die Herren von L. hielten bis 1536 das Amt des Erbküchenmeisters der Eichstätter Bischöfe. 1651 brannte die sich noch immer im Besitz der Herren von L. befindliche Burg versehentlich nieder und blieb seitdem ruinös.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.664691, 49.404527

Baugeschichte

Die älteste Bausubstanz der unzulänglich erforschten Burgruine scheint das originale, später vermauerte Rundbogentor im einst eingezogenen Südwesteck darzustellen, das durchaus in die Zeit der indirekten Ersterwähnung (1218) zurück reichen mag. Bald darauf erfolgte ein Großaus- und umbau, gekennzeichnet durch Buckelquader mit Zangenlöchern. Nun entstand eine neue Frontmauer, die zwei nebeneinander gelegene Spitzbogentore enthielt. Rückseitig stand zwischen beiden Toren ein beide Öffnungen sichernder Torturm, von dem aus ein Mauerzug nach Osten bis zum Bergfried lief und somit den Hof zweiteilte - ein deutliches Zeichen für frühe Spannungen zwischen den Ganerben. Stauferzeitlich sind auch der Bergfried und die Wohnbauten. 1327 erhielten die Brüder Albrecht III. und Hans von Leonrod das Recht, eine neue Kapelle zu erbauen. Zusätzlich erfolgten Umbauten, darunter die Überbauung des Südwestecks in der heutigen Form. Im 16. Jhdt. wurden viele Fenster überformt, der Einbau im Südwesteck erhöht, zugleich ein Erker eingefügt. Die Frontseite erhielt einen Zwinger mit runden Ecktürmen. Im 17./18. Jhdt. errichtete man in der Vorburg das sog. „Jägerhaus“.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die pittoresk über einem Weiher im Bibertal gelegene Spornburg zeigt die klassische Zweiteilung in eine westlich vorgelagerte Vorburg und eine östliche Hauptburg, die beide von Halsgräben bewehrt werden. In der Vorburg stehen heute die 1372 erbaute, modern profanierte St. Georgskapelle und das „Jägerhaus“ aus Fachwerk. Hinter dem zweiten Halsgraben steigt mächtig die Ringmauer auf, die in ihrer Frontseite zwei direkt nebeneinander liegende, bauzeitliche Burgtore, die in den zweigeteilten Burghof führen. Zu der nördlichen Burghälfte gehörten ein kleines Wohngebäude im Nordwesteck und ein Palas im Nordosteck, während die südliche Burghälfte einen Palas im Südosteck und ein jüngeres Gebäude über dem Südwesteck umfasste. Der Zugang zum Gebäude im Südosteck war durch ein Fallgitter in Klauensteinen geschützt. Die Rückwand des Südwestgebäudes wird durch die hier einspringende Ringmauer gebildet, die das teilverschüttete, originale Burgtor enthält. Der schlanke, noch etwa 20 m hohe Bergfried (6 m Seitenlänge) steht zwischen beiden Burghälften. Sein ca. 6 m hoher Sockel ist überwölbt und trägt das Zugangsgeschoss.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die am Ortsrand von Leonrod gelegene Anlage ist nicht frei zugänglich. Parkmöglichkeiten bestehen nur am Straßenrand oder im Ort selbst.

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