Burgen
in Bayern

Burgruine Hopfen am See Füssen-Hopfen am See

Neuesten Forschungserkenntnissen zufolge ist die Burg Hopfen identisch mit jener "festen und wehrhaften Burg nahe Füssen in den Alpen", auf die 1077 der Augsburger Bischof Wigolt während des Investiturstreits vor seinem königlichen Kontrahenten floh. Daraufhin wurde die Burg belagert und erobert. Namentlich fassbar wird die Burg indirekt 1146 mit Swigger de Hopfen, der den Welfen dienstverpflichtet war. Bald nach 1191 kam die Burg in Besitz des Hochstiftes Augsburg, das hier bis 1322 das Propstamt Füssen unterhielt. Danach setzte schleichend der bauliche Niedergang ein, beschleunigt durch eine Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg. 1701/02 brach man die Burgruine ab und nutzte das Baumaterial zum Umbau des Klosters St. Mang in Füssen. Von 1998 bis 2008 wurden die Mauerfundamente freigelegt, saniert und erschlossen.

Text: Joachim Zeune

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Koordinaten: 10.671400, 47.610500

Baugeschichte

Von der in Stein um 1070 errichteten Gründungsburg haben sich die Fundamentplatte eines frontseitigen quadratischen Wohnturms und ein Fragment der ihn dicht ummantelnden Ringmauer erhalten. Dieser wurde im frühen 12. Jahrhundert wohl infolge einer Zerstörung an seiner Westseite verkürzt, zugleich entstand am Südende der Burg ein zweiter Wohnturm. Um 1200 legte man die älteren Baulichkeiten mit Ausnahme des Südturms ein und errichtete eine etwas kleinere Burganlage, die bis zum 16. Jahrhundert nur noch punktuell ausgebaut wurde.
Der Abbruch um 1700 überdeckte die letzten Mauerreste komplett mit Bauschutt.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Erhalten haben sich auf dem markanten Vorgebirge, das sich oberhalb des Kurorts Richtung Hopfensee vorschiebt, noch bis zu 1,5 Meter hohe Mauerreste. Vom ältesten Baukörper. einem großen quadratischen Turm von ca. 12 Meter Seitenlänge, verbleibt dagegen nur die Fundamentplatte. Er wurde später abgebrochen und in den Palas integriert. Der Zugang erfolgte von Nordosten über einen Halsgraben und wurde durch eine kleine Kapelle flankiert. An die polygonal verlaufende Ringmauer war nach Norden ein Wirtschaftstrakt mit Küche und Backhaus angebaut, der an den Palas reichte. Im Süden erhob sich ein Wohnturm, der eine Poterne sicherte. An seiner Südseite war in Richtung See ein kleiner Zwinger vorgelagert.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Burgruine Hopfen wurde in die grenzüberschreitende Region "Ostallgäu-Außerfern" aufgenommen und wird entsprechend touristisch vermarktet.

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