Burgen
in Bayern

Burgruine Gutenfels Untermerzbach-Buch

Die Burg erscheint lediglich ein einziges Mal urkundlich: Im Jahr 1225 veräußerte Hermann von Arnstein als oberster Lehensherr diverse Besitzungen im Umfeld des Dorfes Merzbach, die Hugo von Merzbach von Eberhard Vorscho erhalten hatte, gegen einen nominellen Geldbetrag an das Kloster Banz. In diesem Kaufvertrag wird „der Platz, an dem die Burg Gutenfels errichtet worden war“ (item area, in qua erectum fuerat castrum gvtenvels) aufgeführt. Aus der Formulierung geht deutlich hervor, dass diese Burg Gutenfels bereits damals im Abgehen begriffen war. Ihre Auflassung dürfte mit der Verlagerung der territorialen Interessen der Arnsberger zurück in ihre Heimatlande zu tun haben. 1956 entdeckte der Heimatforscher H. Mauer den Burgstall und ließ ihn als Bodendenkmal eintragen. 1993 identifizierte ihn W. Berninger anhand der Urkunde von 1225, in der mehrere Örtlichkeiten in der direkten Umgebung des Burgstalls erwähnt werden, als die verschollene Burg Gutenfels. 2012 wurde Gutenfels durch den Deutschen Burgenwinkel erschlossen.

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.815504, 50.134644

Baugeschichte

Die Beurkundung bereits 1225 als fast abgegangene Burg setzt eine dementsprechend frühe Gründung voraus. Der Burgstall erfüllt diese Kriterien: Der Lageplatz der Burg an einem steilen Hang mit extremer bergseitigen Überhöhung und das sichtbare Mauerwerk aus kleinen Glattquadern, so genannten Handquadern, sprechen für eine Erbauung um 1100 bzw. im frühen 12. Jahrhundert. Insbesondere die Erdarbeiten (Aushub eines mächtigen Halsgrabens), die aufwändige Felsabschrotung und das fein bearbeitete Mauerwerk sprechen für eine frühe Dynastenburg und somit für eine Erbauung durch die Grafen von Arnstein, deren Stammlande sich fernab im Nordjura befanden. Die Identifizierung des Burgstalls mit der Burg Gutenfels ist nicht unumstritten, wenngleich die historischen und baulichen Indizien eine recht sichere Zuordnung gestatten.
Der ohnehin spärliche Baubestand erlitt im 18./19. Jahrhundert weitere Einbußen, als man den Burgfelsen als Steinbruch nutzte.

Baubestand

Der Burgstall liegt heute zwischen den Orten Wüstenwelsberg und Buch inmitten eines Waldes oberhalb des Friedrich-Rückert-Wanderwegs. Sein Lageplatz ist etwas kurios, denn als Bauplatz diente – ähnlich Rotenhan und Teufelsstein – eine 6 bis 8 Meter hohe, hier ovalförmige Felsformation an einem steilen Hang. Die topografische Situation ist folglich wehrtechnisch katastrophal, denn das Gelände überhöht den Burgplatz sofort nach Westen. Aus diesem Grund stellte die Burg dem Hang einen mindestens 20 Meter breiten und bis zu 8 Meter tiefen Halsgraben entgegen. Die sich einst am Felsrand entlang ziehende, 1,2 Meter starke Ringmauer aus Handquadern ist an der Westseite noch gut erkennbar. Der Zugang lag an der Südseite, wo eine schmale Schneise (5) auf die Felsformation führt, die aber im 18./19. Jahrhundert für die Erschließung des Steinbruchs erweitert wurde. Dieser Steinbruch reduzierte Insbesondere die etwas niedrig gelegenere östliche Burghälfte stark in ihrem Bestand.

Touristen Information

Gutenfels kann jederzeit besichtigt werden.

Karte

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