Burgen
in Bayern

Burgruine Altberneck Bad Berneck im Fichtelgebirge

Historische Daten über die Burgruine Altberneck liegen kaum vor. Die Gründung der Burg lässt sich aber über territoriale Rahmenfakten, burgentypologische Analogien und archäologische Funde gut erschließen. Vieles spricht dafür, dass sie bereits Anfang des 11. Jahrhunderts entstand und den Sitz des bedeutenden, 1015 erstmals beurkundeten Adelsgeschlechts der Walpoten bildete. Verlagerungen der Herrschaftsinteressen infolge verkehrsstrategischer Veränderungen führten 1168 zur Aufgabe von Altberneck und zur Errichtung einer neuen Burg in Berneck am Platz der späteren Burg Hohenberneck (s. Hohenberneck bzw. Neuwallenrode).
Der Burgplatz wurde vom lokalen Schuldirektor Otto Schoerrig anhand des Flurnamens „Alte Berneck“ lokalisiert und von 1937 bis 1939, leider wenig fachgerecht, ausgegraben – weshalb auch keine verwertbare Grabungsdokumentation existiert. Schoerrig ließ auch die Fundamente des Rundturms in Trockenstein nachstellen.

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.676303, 50.053024

Baugeschichte

Die archäologischen Funde von 1937-1939 reichen bis ins frühe 11. Jahrhundert zurück und erstrecken sich ins 12. Jahrhundert hinein. Schoerrig fand auf dem Bergsporn Reste einer gemörtelten Ummauerung, von verschiedenen Steinbauten und als Kernbau die gemörtelten, etwa 2 Meter starken Fundamente eines Rundturms, der einen Außendurchmesser von 11 Metern aufwies. Dieser Baukörper ist zweifelsfrei als salierzeitliches Turmhaus anzusprechen. Ob er sekundär erst zwischen 1100 und 1130/40, als diese Bauten bei den Dynasten als neues bauliches Leitmotiv vermehrt auftreten, in eine ältere Burganlage hineingebaut wurde oder ob er tatsächlich noch ins frühe 11. Jahrhundert zurückreicht, ist nicht mehr zu klären. Letzteres ist aber eher unwahrscheinlich.

Baubestand

Der extrem dichte Waldbewuchs verschleiert heute den eigentlich eindrucksvollen Standort der Burg, die über einer engen Flussschleife der Ölschnitz auf einem steilen Bergsporn platziert ist. Der Burgstall wird zum ebenerdig anschließenden Bergrücken im Süden durch einen noch im Gelände ablesbaren schmalen Halsgraben abgetrennt und war offenbar nur über einen schmalen Grat erreichbar. Vermutlich erstreckte sich südlich vorgelagert eine äußere Vorburg. Um das leicht erhöhte zentrale Hauptburgareal ziehen sich künstliche Terrassierungen mit Spuren von Wirtschafts- und Nebengebäuden, die vielleicht von einer inneren Vorburg stammen. Zwei weitere Halsgräben separieren einen etwas höher liegenden Kernbereich, der offenbar von einer 2 Meter dicken Ringmauer umfriedet wurde und das 1937 trocken aufgeschichtete Rundfundament des im Boden steckenden Rundturms enthält.

Touristen Information

Eine ausführliche Beschreibung der Wanderung zur Ruine Altberneck bietet die Website des Vereins Historische Stätten e.V. Bad Berneck, Ansprechpartner: Claus Rabsahl, Tel. 09273 500487, E-Mail: burgen@badberneck-historisch.de

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