Burgen
in Bayern

Burg Trausnitz im Tal Trausnitz

Als älteste Besitzer der Burg Trausnitz im Tal lassen sich ab 1261 die Waldthurner nachweisen, die offenbar in Diensten der Grafen von Ortenburg-Murach standen. Bald darauf, kurz vor 1284, erwarb Herzog Heinrich von Niederbayern die Burg, die daraufhin von seinem Kontrahenten, Herzog Ludwig dem Strengen von Oberbayern, belagert und eingenommen wurde. Obwohl ein Schiedsgericht die Burg 1287 wieder den Waldthurnern zusprach, konnte Herzog Ludwig sie erwerben. Von 1322 bis 1325 diente die Burg König Ludwig IV. als Inhaftierungsort für seinen in der Schlacht von Mühldorf gefangen genommenen Gegenkönig Friedrich den Schönen aus dem Haus Habsburg. Seit den 1330er-Jahren war die Burg Teilbesitz der Zenger, Puntzinger und Wiltinger, bevor die Zenger 1403 in Alleinbesitz kamen. 1492 wurde die Trausnitz durch die Truppen Herzog Albrechts des Weisen erobert, dann erneut 1516 von Landgraf Johann von Leuchtenberg. Nach zahlreichen weiteren Besitzwechseln erwarb König Ludwig I. von Bayern 1825 die baufällige Burg und ließ sie instand setzen. Von 1993 bis 1997 führte man erneut eine Sanierung durch, die der in der Burg untergebrachten Jugendherberge zugute kam.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.264320, 49.520431

Baugeschichte

Zur Baugeschichte der Burg Trausnitz existieren widersprüchliche Thesen. Eine neuere Untersuchung (2012) konnte aufzeigen, dass es sich – entgegen des kompakten Erscheinungsbildes – keinesfalls um eine homogene Burganlage handelt. Vielmehr wurde der Bergfried dendrochronologischen Daten zufolge erst zwischen 1306 und 1324 in das Nordwesteck einer älteren Burganlage eingebaut. Die um 1250/60 gegründete Ringmauerburg wies einen südlich orientierten Palasbau auf, von dem sich eine spätromanische Bifore in der Südwand erhalten konnte. Im Lauf des Spätmittelalters wurde der gesamte Burghof umbaut, sodass eine Randhausburg entstand, die einen weiteren Palas an der Nordseite umfasste. Dieser stößt gegen den Bergfried, ist also jünger als dieser. Anlässlich der Hussiteneinfälle wurden wohl um 1430 einige Lichtschlitze des Bergfrieds zu Schießscharten umgearbeitet, die allerdings nicht bedient werden konnten und nur der optischen Abschreckung dienten. Die Mauern sind heute dick unter Putz und lassen keine Baubefunde mehr erkennen, wenngleich sich noch Bauphasen erahnen lassen.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die Spornburg oberhalb der Pfreimd präsentiert sich als ungemein kompakte Kleinburg, die vom ebenerdigen Gelände durch einen breiten Halsgraben abgetrennt wird. Die schmale westwärts blickende Frontseite besteht aus dem mauerbündigen, quadratischen Bergfried, der das Nordwesteck einnimmt. Er ist von schlanker Gestalt und zeigt an seiner Eckquaderung Buckelquader. Eine Baufuge weist ihn als sekundäres Bauwerk des frühen 14. Jahrhunderts aus. Direkt neben ihm öffnet sich das spitzbogige Burgtor (um 1250/60) in den winzigen Innenhof, der rundum von Gebäuden bestanden ist. Im Süden liegt der bauzeitliche Palas, ein weiterer großer Wohnbau nimmt die Nordseite ein. Der Baubestand ist durch die moderne Nutzung punktuell leicht überformt.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Da die Burg als Jugendherberge genutzt wird, ist lediglich eine Außenbesichtigung möglich. Die Herberge eignet sich für alle Gästegruppen und verfügt über moderne Tagungstechnik. In der Umgebung gibt es zahlreiche Freizeitgestaltungsmöglichkeiten wie Bootfahren, Angeln, Reiten, Wandern und Baden, aber auch Kulturfreunde kommen auf ihre Kosten.
Informationen zur Herberge finden Sie unter Homepage.

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