Burgen
in Bayern

Burg Saaleck Hammelburg

Die Burg S. erscheint erstmals 1228, als der Fuldaer Fürstbat Marquard II. die Brüder Heinrich und Eberhard von Schowenburg mit ihr belehnte. Sie diente als optischer Schutz des nahen Hammelburg und eines alten Saaelübergangs. Fast alle namhaften Geschlechter der nahen und weiteren Umgebung finden sich als Fuldaer Lehenshalter, Erbburgmänner oder Amtsmänner auf der Burg S., so z.B. die Thüngen (1298 & 1375), Henneberg (1229 & 1351), Rieneck (1349) und Hutten (1347, 1385, 1472 & 1512). 1525 beschädigten die Bauern die Burg. 1626 war das Oberteil des „großen Turm“ baufällig und musste abgetragen werden. Nach der Säkularisation von 1803 ging S. als königliche Domäne an Bayern, 1851 dann in Privatbesitz. 1866 brannten die Wirtschaftsbauten und der Ostflügel des Wohnbaus nieder, woraufhin man die Hauptburg weitgehend neu errichtete. Nach einer Instandsetzung durch die Stadt Hammelburg als neue Eigentümerin beherbergt die Hauptburg heute ein städtisches Weingut mit Hotel und Restaurant. Der Bergfries ist durch ein jüngere Erdgeschosstür erschlossen und bietet von seiner Aussichtsplattform aus einen grandiosen Panoramablick.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 9.872117, 50.110602

Baugeschichte

Aus der Gründungszeit stammt der runde Bergfried, dessen Mauerwerk fein gearbeitete Buckelquader mit etlichen Steinmetzzeichen aufweist. Ab der Höhe des Hocheingangs erscheinen Zangenlöcher, wobei das Mauerwerk durchgängig einer Bauphase entstammt. Am Turm erfolgte demzufolge ein Übergang vom Wolf zur Steinzange, was den Bergfried in die Zeit um 1220/30 datiert. Auch die Ringmauer dürfte partiell dieser Zeitstellung angehören. 1385 verbaute Konrad von Hutten 1.200 Gulden in die Burg, wobei er vermutlich auch den Zwinger schuf. Nach weiteren Bautätigkeiten im Jahr 1516 erfolgte 1522 der Bau einer neuen Brücke, drei Jahre später besserte man die Schäden des Bauernkriegs aus. 1673 wurde erneut an der Burg gebaut. Ende des 18. Jhdts. errichtete man neue Ökonomiebauten, zugleich verschönerte man die Wohnbauten der Hauptburg, die nach dem Brand von 1866 im neugotischen Stil erneuert wurden.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Auf einem Sporn hoch über dem Saaletal ragt gut sichtbar die Hauptburg auf, die ein mächtiger Halsgraben von der südlich vorgelagerten, modernisierten Vorburg trennt. Hinter einem stark erneuerten Zwinger und einer gleichfalls stark rekonstruierten Ringmauer mit Tor ragt trutzig der herrlich aus Buckelquadern aufgemauerte Rundbergfried empor. Seine heutige Höhe von 25 m erhielt er 1626 nach dem Abtragen seines Oberteils. Imposant fallen neben dem aufwändigen Mauerwerk seine Dimensionen aus (Außendurchmesser 12 m, Mauerstärke 3,4 m). Der rundbogige Hocheingang, der innen später erneuert wurde, öffnet sich in 9,2 m Höhe zum Hof hin. Im Inneren besaß der Turm Balkendecken.
Die restlichen Gebäude sind massiv durch den Neubau nach 1866 geprägt und lassen kaum historische Substanz erkennen. Zweifelsohne stand der alte Palas talseitig, seine Reste dürften im heutigen Hotel- und Restaurantbau verbaut sein.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Schloss Saaleck beherbergt heute neben einem Weingut auch ein Hotel mit Restaurant. Daher ist lediglich eine Außenbesichtigung möglich.
Das kleine, gemütliche 3-Sterne-Burghotel bietet seinen Gästen mit Ritterrüstungen, knarrenden Dielen und alten Gemälden ein einzigartiges historisches Ambiente. Die Preise liegen zwischen 60,- € für Einzelzimmer und 119,- € für Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet.
Im „Von-Günther-Zimmer“ des Schlosses können sich Verliebte in besonderem Flair das Jawort geben. Möglich ist dies täglich und nach Vereinbarung.
Für kleinere Tagungen und Veranstaltungen stehen Seminarräume zur Verfügung. Buchbar sind diese für eine Tagungspauschale von 125,- € pro Person und Tag, in welcher Übernachtung mit Vollpension, Tagungsgetränke sowie Kaffeepausen enthalten sind.
Das Schlossrestaurant lädt seine hungrigen Gäste ein, sich in außergewöhnlicher Atmosphäre mit deftiger Hausmannskost zu stärken oder eine der hausgemachten Dessert-, Eis- und Kuchenspezialitäten zu genießen. Jeden Monat werden zudem besondere Schmankerl der Saison angeboten. Geöffnet ist das Restaurant täglich außer montags.
Informationen zu Hotel, Restaurant, Tagungen und Trauungen finden Sie unter Homepage.

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