Burgen
in Bayern

Burg Heimhof Ursensollen-Heimhof

1331 kaufte Heinrich Ettenstätter von Ettal die Güter von H. dem Kloster Kastl ab und veräußerte diese 1363 samt der Feste H. an seine vier Vettern, von denen Ulrich 1367 in Alleinbesitz kam. 1385 findet sich H. im Besitz des Dietrich von Stauf zu Ehrenfels, 1427 des Heinrich Nothaft zu Wernberg, Vizetum der Oberpfalz, 1477 des Georg Ettlinger, 1599 bzw. 1604 des Geheimrats Michael von Loefen. Die Herren zu Loefen hielten H. bis 1855, als die Burg in bäuerliche Nutzung kam und der Verfall einsetzte. Nach dem Erwerb der Burg 1922 sicherte der berühmte Burgenforscher Bodo Ebhardt die Anlage, die nach 1958 durch Ernst Maier erneut saniert wurde. Die noch immer in Privatbesitz befindliche Burg ist für die Öffentlichkeit unzugänglich und nur mit Genehmigung betretbar.

Text: Joachim Zeune

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.761647, 49.345774

Baugeschichte

Die Burg wurde offenbar zwischen 1331 und 1363 errichtet (s.o.) und umfasste einen für diese Zeitstellung typischen längsrechteckigen, viergeschossigen Wohnturm. Dessen oberstes Geschoss besaß ursprünglich einen umlaufenden hölzernen Balkenschirm. Zwischen 1427 und 1477 nahmen die Nothaft einen markanten Umbau des Wohnturms vor, in den sie neue Zwischenwände einzogen, mehrere Erker einbauten und den hölzernen Umgang des obersten Geschosses abbrachen und dessen Türöffnungen durch Schießnischen ersetzten. Darüber hinaus verstärkten offenbar die Wehrhaftigkeit der gesamten Burg, indem sie die südliche Ringmauer durch einen Rundturm („Hungerturm“) befestigten. Ab 1599 führte Michael von Loefen den bereits 1588 begonnenen Aus- und Umbau der Hauptburg zu einem Renaissanceschloss („Neues Schloss“) fort, den er erst 1617 vollendete. Ihm verdankt der Wohnturm seine heutige Gestalt mit den beiden hohen Eckerkern.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die über dem Hausener Bach gelegene Spornburg bestand aus einer westlich vorgelagerten Vorburg, die ein breiter Halsgraben von der östlich anschließenden Hauptburg trennt. Man betritt die Hauptburg durch einen stark erneuerten Torbau. Rechterhand schließt zuerst das Jägerhaus an, das zwar ein hohes Alter aufweist, aber massiv umgestaltet wurde, dann der Hungerturm und am Südosteck des Burghofs ein Wohntrakt, der um1610 erneuert und später als Scheune genutzt wurde. Im Burghof befindet sich ein 22 m tiefer Brunnen.
Optisch dominiert wird die Burg durch den mächtigen Wohnturm, der mit 14,6 x 27,3 m eine beachtliche Größe besitzt und bis zur Dachtraufe 17 m hoch aufragt. Er wird durch eine Spitzbogentür in der Südwand betreten. Der westliche Erdgeschossraum liegt etwas höher, da er durch einen Gewölberaum unterkellert ist. Analog zum Erdgeschoss erfuhren auch der 1. Stock und 2. Stock im 15. Jhdt. eine Dreiteilung, zuvor waren hier offenbar größere Säle untergebracht, wobei der 2. Stock offenbar als Hauptgeschoss diente und nach Süden einen im 15. Jhdt. eingebauten Prunkerker aufwies (Kapelle?). Das oberste Geschoss wurde im 15. Jhdt. stark überformt. Bemerkenswert sind die wohl im 15. Jhdt. eingeritzten Darstellungen einiger Burgen in der Nordwand des 1. Stocks, darunter wohl auch die Burg H.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Die Burg Heimhof befindet sich in Privatbeistz und ist nicht zugänglich.

Karte

Weitere Bilder