Burgen
in Bayern

Burg Traunstein Traunstein

Diedem Erzbistum Salzburg und dem Kloster Baumburg nahe stehenden, für Ort und Burg namensgebenden Herren von Truna (= Traun) werden 1120 erstmals erwähnt und erbauten gegen Ende des 12. Jhdts, die Burganlage. Diese kontrollierte eine wichtige Brücke über die Traun. Mitte des 13. Jhdts. starben sie aus, 1254 fiel T. an Salzburg, 1273 an das Herzogtum Bayern. Beide installierten auf der Burg ein Pflegamt. 1361 erscheint die Veste erstmals urkundlich. 1346 überquerte die neu geschaffene „Güldene Salzstraße“ hier die Traun, was T. einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Der Aufstieg der Stadt ab dem 16. Jhdt. führte jedoch zu einem Bedeutungsniedergang der herzoglichen Burg. 1618 erwarben die Grafen von Törring die Herrschaft und bauten die Burg aus. 1704 zerstörte der große Stadtbrand auch die Burg, deren Ruine danach beim Wiederaufbau der Stadt als Steinbruch diente. 2006 erfolgte eine Überbauung des Burghofes, der eine archäologische Grabung vorausging.

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Koordinaten: 12.650477, 47.868300

Baugeschichte

Den archäologischen Befunden und Funden zufolge erfolgte die Gründung der Burg bereits Ende des 12. Jhdts., als u. a. ein Wallgraben mit Palisade und hölzerne Binnebauten erstellt wurden. Nach 1273 erfolgte ein Ausbau durch die Wittelsbacher Herzöge von Bayern, die eine 1,6 m starke Ringmauer errichteten. In der stadtseitigen Frontmauer entstand ein trutziger quadratischer Turm von 11 m Seitenlänge und 3,0 m Mauerstärke, daneben ein Torbau und am südlichen Hofrand ein massives Gebäude.

Baubestand

Die auf einem hohen Sporn über der Traun und einem alten Brückenübergang gelegene Burganlage am Südostrand der Altstadt hat nur noch am steilen Felshang geringe Mauerreste bewahren können und wurde nach dem Brand von 1704 durch innerstädtische Neubauung obertägig komplett beseitigt. Einzig die archäologischen Grabungen von 2006 und mehrere historische ansichten berichten von ihrer einstigen Gestalt, die eine geschätzte Grundfläche von 3.200 qm beanspruchte.
Die Bildquellen zeigen im 16. und 17. Jhdt. am äußersten Rand der Stadtbefestigung eine kompakte Ringmauerburg mit einem hohen Wohngebäude mit Walmdach am Südende und einen Turm mit Spitzhelm frontseitig zur Stadt hin. Alle diese Bauten – Ringmauer, Turm und Palas – konnten 2006 archäologisch nachgewiesen werden (s. o.). Stadtseitig vorgelagert ist eine etwa gleich große Vorburg mit zinnebewehrter Ringmauer und Torturm. Zur Traun hinab ziehen palisadenumzäunte Gärten.

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