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Burgen in Bayern > Grünwald > Geschichte
Burg Grünwald, Grünwald







Geschichte

Zwischen 1160 und 1200 erscheint die früher „Derblfing“ genannte Burg mit Trageboto Zirke de Derblfing, einem Dienstmann der Grafen von Andechs, mehrfach indirekt. Zwischen 1248 und 1272 ging die Burg an die bayerischen Herzöge bzw. Wittelsbacher, die sie noch vor 1288 in „Grünwald“ umbenannten. Sie nutzten die Burg als Jagdhaus, aber auch als Zuflucht vor der in München grassierenden Pest. Spätestens im frühen 15. Jahrhundert war die Burg Grünwald Zentrum einer eigenen Hofmark. Herzog Albrecht IV. ließ 1486/87 die alte Burg um- und ausbauen, doch wird sie bereits 1597 als baufällig beschrieben. Die mittlerweile westseitig durch Hangerosion beschädigte und teilweise abgebrochene Burg diente ab 1698 als Inhaftierungsplatz und zugleich bis 1872/73 als Pulvermagazin. Der Münchner Humorist Karl Valentin (1882?1948) machte Grünwald, wo er zeitweilig im Schlosshotel wohnte, mit seinem Lied von den „Oid`n Rittersleit“ berühmt. In den 1970er-Jahren verhinderte der Verein der Freunde Grünwalds eine geplante Umwandlung der Burg in Luxuswohnungen. 1976 kam die Burg Grünwald an den Freistaat Bayern, seit 1979 beherbergt sie ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung mit römischen Funden. Während der letzten 15 Jahre wurde interdisziplinär an der Burg geforscht mit teils spektakulären Ergebnissen.

Text: Joachim Zeune