Äbtissin in Neuburg Margarethe von Landshut

Tochter von Herzog Georg dem Reichen von Bayern-Landshut und Hedwig von Polen.

Margarethe kam im Alter von dreizehn Jahren in das Dominikanerinnenkloster Altenhohenau am Inn. Nach den Wirren des Landshuter Erbfolgekriegs ging sie 1506 in das Benediktinerinnenkloster Neuburg, dem sie von 1509 bis 1521 als Äbtissin vorstand.

Im Jahr 1480 kam Margarethe in Burghausen zur Welt, wo ihr Vater Georg der Reiche seine Frau Hedwig von Polen zurückgelassen hatte, als er 1479 die Regierung in Landshut angetreten hatte. Über Margarethes Kindheit ist kaum etwas bekannt. Sie soll wie ihre Schwester Elisabeth eine ansteckende Augenkrankheit gehabt haben und einmal eine Nadel verschluckt haben, die ein inneres Geschwür hervorgerufen habe.
Noch während Margarethes Kindheit plante ihr Vater Eheprojekte für sie mit dem Landgrafen Wilhelm III. sowie später mit einem jüngeren Landgrafen. Beide Vorhaben wurden jedoch von Georgs Kanzler Wolfgang Kolberger erfolgreich verhindert, wahrscheinlich um einen weiteren Mitbewerber um das Landshuter Erbe von vornherein auszuschließen. (Nachdem nämlich die männlichen Erben Georgs schon früh gestorben waren, hatte er nur noch die beiden Töchter Elisabeth und Margarethe.) So kam Margarethe stattdessen im Alter von dreizehn Jahren in das Dominikanerinnenkloster Altenhohenau am Inn, wo sie allerdings als Fürstentochter besondere Vorzüge genoss und von verschiedenen klösterlichen Pflichten befreit war: Sie kam mit zwei Begleiterinnen, durfte aufgrund ihrer zarten Konstitution mehr Fleisch essen, musste nicht am allgemeinen Tisch sitzen und schlief nicht im Schlafsaal, sondern in einem von ihrem Vater gebauten Nebenhaus. Außerdem wurde sie regelmäßig von ihrer Familie mit Körben voller Weinbeeren, Pfirsichen, Quitten und Wein versorgt.
Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg (1505), währenddessen ihre Schwester Elisabeth und ihr Schwager Ruprecht von der Pfalz gestorben waren, floh Margarethe nach Wasserburg. Erst als für ihre beiden kleinen Neffen Ottheinrich und Philipp das Herzogtum Pfalz-Neuburg geschaffen wurde, zog sie 1506 in das Benediktinerkloster Neuburg. Als Margarethe sich weigerte in ihr eigentliches Dominikanerinnenkloster Altenhohenau zurückzukehren - da dieses nun den Münchner Herzögen unterstand - wurde zeitweise sogar der Kirchenbann über sie verhängt. Später gelang es ihrem Vetter Pfalzgraf Philipp eine Verzichtleistung der bisherigen Äbtissin der Benediktinerinnen von Neuburg zu erwirken, woraufhin die kaum dreißigjährige Margarete 1509 einstimmig zu deren Nachfolgerin gewählt wurde. In der folgenden Zeit regelte Margarethe ihre Erbverhältnisse, indem sie zu Gunsten ihrer Neffen auf ihr Erbteil verzichtete. Bis 1521 stand sie dem Konvent von Neuburg noch vor, bis sie schließlich auf die Äbtissinnenwürde verzichtete, um in stiller Zurückgezogenheit zu leben.
Sie starb 1531 im Alter von einundfünfzig Jahren.

Quelle
Porträtgalerie Bayern