Konrad Rehlinger

Sohn von Marx Rehlinger und Anna Ehem; seit 1503 verheiratet mit Barbara Walther († 1515); seit 1526 verheiratet mit Sibylla Arzt, Witwe des Jakob Fugger.

Konrad Rehlinger schloss sich 1503 mit zwei verwandten Kaufleuten zu einer Handelsgesellschaft zusammen, die ihre Hauptniederlassung in Venedig hatte. Seine Kinder aus der ersten Ehe mit Barbara Walther waren Marx, Konrad, Veronika, Sabina, Magdalena, Hieronymus, Apollonia und David. Hieronymus führte später das Unternehmen des Vaters fort.

Die Familie der Rehlinger gehörte zum ältesten Augsburger Patriziat. Schon seit dem 14. Jahrhundert hatte die im Handel tätige Familie ihren Sitz im Stadtregiment.
Konrad Rehlinger schloss sich im Jahr 1503 mit den zwei Kaufleuten und Verwandten, Hans Hanold und Endres Grander, zu einer Handelsgesellschaft zusammen, die den Namen Granders trug. Die Hauptniederlassung hatten sie in Venedig, von wo sie den Handel mit Damast, Brokat, Wollstoffen, Gewürzen und Metallen betrieben. Über die einzelnen Geschäfte der Gesellschaft ist wenig bekannt, doch machte sie große finanzielle Gewinne. Anfangs war sie auch am Reichensteiner Goldbergbau beteiligt, später am sächsischen Bergbau. 1508 mietete sich Konrad Rehlinger in Venedig als Gesellschafter des Handelsverbandes des Endres Grander in den Fondaco dei Tedeschi, der neuen Niederlassung der deutschen Kaufleute, ein. Als 1530 der letzte Vertrag der Grander'schen Gesellschaft erloschen und 1531 Endres Grander gestorben war, gründete Konrad Rehlinger eine eigene Firma mit einer Niederlassung in Antwerpen. Er übernahm einen größeren Teil von Kuxen am Idrianer Quecksilber- und Zinnoberbergbau.
Wie viele seiner Zeitgenossen befand sich Konrad Rehlinger in dem Spannungsverhältnis zwischen tiefer lutherischer Überzeugung und gleichzeitig streng kaiserlicher Gesinnung. Er unterstützte sowohl König Ferdinand als auch Kaiser Maximilian I. mit Anleihen. In der Augsburger Stadtverwaltung bekleidete er von 1521 bis 1522 das Amt des Sieglers sowie von 1526 bis 1538 das Amt des Einnehmers der Stadt. Für seine vier unmündigen Söhne hatte Rehlinger im Jahr 1520 eine päpstliche Leibrente gekauft, die 1000 Dukaten kostete, mit 14 Prozent aus den Tolfaer Alaungruben verzinst wurde und ihre Inhaber zu "Cavaliere di S. Pietro" machte. 1548 wurde er nach dem Schmalkaldischen Krieg und der Aufhebung der Zunftverfassung in Augsburg zu einem der fünf Geheimen Räte des "neuen Regiments" ernannt.
Konrad Rehlinger heiratete in erster Ehe 1503 Barbara Walther, die schon 1515 starb. In zweiter Ehe vermählte sich Rehlinger 1526 mit Sibylla Arzt, der Witwe des Jakob Fugger. Die Kinder aus der Ehe mit Barbara Walther sind auf dem Bild von Bernhard Strigel mit den jeweiligen Altersangaben versehen worden und können deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit identifiziert werden: David (2 Jahre), Apollonia (4), Hieronymus (6), Magdalena (7), Sabina (9), Veronika (8), Konrad (10), Marx (12).
Magdalena († 1545) heiratete am 22.4.1532 Christoph von Stetten. Sabina († 1532) wurde am 13.5.1527 mit Ulrich Welser verheiratet. Marx Rehlinger (1505-1532) nahm am 27.2.1526 Apollonia Pfister zur Frau, mit der er zwei Töchter hatte. Konrad d.J. (1507-1552), verheiratet mit Barbara Wieland, hatte zwei Söhne und eine Tochter (Georg, Magdalena, Konrad). Seine Schwester Veronika (1509-1579) vermählte sich am 22.9.1528 mit Leonhard Imhof, Apollonia (1511-1594) am 16.5.1536 mit Christoph Manlich. Hieronymus d.Ä. (1511-1581), Ratsherr in Augsburg, heiratete am 16.5.1536 Apollonia Haintzel, mit der er sechs Kinder hatte (Marx, Wilhelm, Hieronymus d.J., Marx, David, Konrad). David Rehlinger (1515-1548) heiratete am 20.10.1544 Barbara Manlich.
Von den Söhnen waren ursprünglich Hieronymus und Konrad dazu bestimmt das Unternehmen des Vaters fortzuführen, wobei Konrad schon vor dem Vater starb. Hieronymus, der sein Vermögen durch die Heirat mit der Tochter des reichen Peter Haintzel aus der Augsburger Bartholomä-Welser-Gesellschaft noch vergrößert hatte, führte seine Handelsgeschäfte vorwiegend mit Antwerpen, Venedig und Frankfurt. Außerdem war die Gesellschaft mit einem Faktor in Danzig vertreten und pflegte Geschäftsbeziehungen nach Frankreich. Einen Großteil seines Geldes legte er in Immobilien an.

Quelle
Porträtgalerie Bayern