Paracelsus (eigentlich Theophrastus von Hohenheim)

Sohn von Wilhelm Bombast von Hohenheim, Arzt.

Nach seinem Medizinstudium in Wien und Italien sowie umfangreichen Wanderjahren ging Paracelsus 1524 nach Salzburg. Er schrieb und veröffentlichte zahlreiche medizinische Lehrbücher. Wegen seiner scharfen Kritik an veralteten medizinischen Methoden geriet Paracelsus - trotz ärztlicher Erfolge - schon bald in heftige Konflikte mit seinen Gegnern und musste deshalb immer wieder seine Aufenthaltsorte wechseln.

Theophrast von Hohenheim gab sich selbst als Autorenpseudonym den Namen "Paracelsus". Er bezog sich damit auf den römischen Autor A. C. Celsus, dessen Bücher über die Medizin (25-35 n. Chr.) wichtige Quellen der antiken Heilkunde waren.
Nachdem die Mutter schon früh gestorben war, musste der achtjährige Theophrast mit seinem Vater nach Villach in Kärnten ziehen, wo dieser eine ärztliche Praxis eröffnete. Um das Jahr 1509 begann Theophrast in Wien ein Studium der "Artes liberales" und ab 1511 ein Medizinstudium. Später vollendete er seine Ausbildung durch Studien an verschiedenen italienischen Universitäten und schloss 1515 - wahrscheinlich mit einer Promotion - in Ferrara ab. Daraufhin begab er sich auf eine ausgedehnte Wanderschaft durch viele Länder, beginnend mit Süditalien, Spanien, Frankreich, über die Niederlande, Friesland, Dänemark bis nach Litauen, Polen, Ungarn und Griechenland. Belegt ist außerdem seine Teilnahme als Feldchirurg am dänischen Feldzug gegen die Schweden.
Im Jahr 1524 kehrte er nach Villach zurück, wo anscheinend die ersten Entwürfe zu seinen späteren Schriften entstanden. Er ging dann nach Salzburg, um eine Praxis zu gründen. Weil er dort allerdings in die Aufstände des Bauernkrieges verwickelt war, musste Paracelsus die Stadt 1525 wieder verlassen. Als nächster Aufenthalt ist Straßburg dokumentiert, wo er im Dezember 1526 das Bürgerrecht erwarb und sich der "Zunft der Luzerne" anschloss. Doch bald wurde Paracelsus nach Basel berufen. Nach erfolgreichen ärztlichen Behandlungen - unter seinen Patienten war Erasmus von Rotterdam - erhielt Paracelsus 1527 eine Anstellung als Stadtarzt und durfte in Basel öffentliche Vorlesungen halten. Doch ein wachsender Konflikt zwischen ihm und dem Magistrat sowie der Fakultät eskalierte im Juni 1527: Paracelsus verbrannte öffentlich medizinische Bücher um zu demonstrieren, dass ihre Lehre veraltet seien. Auch in diesem Fall musste er wieder fluchtartig die Stadt verlassen. Die Folgezeit verbrachte er in Kolmar, wo er einige seiner bedeutenden Schriften verfasste, und danach in Nürnberg und Beratzhausen (Regensburg). Zu dieser Zeit erschien ein Teil seiner Darlegungen im Druck. In den Jahren von 1531 bis 1534 begab er sich erneut auf Wanderschaft in den Bodenseeraum, nach Tirol und in das Allgäu. Währenddessen vollendete er zahlreiche medizinische Einzelschriften, widmete sich aber auch verstärkt theologischen und sozialkritischen Studien.
Im August 1540 holte Herzog Ernst von Bayern (Administrator in Salzburg) Paracelsus nach Salzburg, wo dieser eine Praxis gründen wollte. Aber schon im September des kommenden Jahres starb Paracelsus mit kaum achtundvierzig Jahren.

Quelle
Porträtgalerie Bayern