Andreas Ligsalz

Sohn von Hans Ligsalz und Katharina Korall; verheiratet mit Apollonia Ridler.

Die Familie Ligsalz gehörte seit dem 13. Jahrhundert zu den wichtigen Bürgergeschlechtern Münchens. Andreas Ligsalz handelte mit Eisen, Salz und Tuchen und betrieb eine Niederlassung seines Geschäftes in Antwerpen.

Seit dem 13. Jahrhundert gehörte die Familie Ligsalz zu den wichtigen Bürgergeschlechtern Münchens. Der Familienname Ligsalz lässt sich mit Sicherheit auf den Salzhandel oder eine Salzlege zurückführen, womit die Familie ursprünglich ihren Unterhalt verdient haben dürfte. Doch schon ab dem 14. Jahrhundert sind für die Ligsalz auch Handel mit Wein und Tuchen sowie die Rechte an Silbergruben in Tirol bezeugt. Im 16. Jahrhundert führte die Familie ein bedeutendes Handels- und Bankhaus (Ligsalz-Fleckhamer).
Der erste Ligsalz, der in der Münchner Stadtgeschichte urkundlich bezeugt ist, ist 1269 Konrad Ligsalz, der unter anderem mit einer Gesandtschaft nach Rom reiste, um vom Papst die Teilung der Pfarrei St. Peter und die gleichzeitige Erhebung der Marienkapelle zur Pfarrkirche (Pfarrei Zu Unserer Lieben Frau) bestätigen zu lassen.
Der Vater des Andreas Ligsalz war Hans Ligsalz, der in den Urkunden 1489 erstmals erwähnt ist und 1521 starb. Er war in zweiter Ehe mit einer Katharina Korall aus Salzburg verheiratet, die wohl auch die Mutter des Andreas gewesen ist. Andreas Ligsalz ist urkundlich das erste Mal am 21. Mai 1520 belegt. Durch seine Heirat mit Apollonia Ridler, die 1522 als seine Frau erwähnt ist, kam Andreas zu einem Besitz in Schönbrunn (Gemeinde Röhrmoos, Landkreis Dachau). Die beiden Eheleute werden 1522 als Besitzer eines Hauses in der Münchner Hackenstraße 12 genannt, seit 1532 am Rindermarkt 3. Sieben Kinder sind für das Ehepaar namentlich bezeugt. In den Jahren 1523 und 1526 war Andreas Mitglied im Äußeren Rat, 1527 im Inneren Rat der Stadt, dem er ab dem 11. Mai 1530 als Nachrücker für seinen früh verstorbenen Bruder Karl bis 1557 angehörte.
Andreas Ligsalz war zu seiner Zeit ein durchaus bedeutender Geschäftsmann. Er handelte unter anderem mit Eisen, Salz und Tuchen und hatte sogar eine Niederlassung in Antwerpen. Große Anleihen an die Stadt Antwerpen, die Statthalterin der Niederlande und die Könige von Spanien, England und Frankreich trieben ihn 1561 letztlich in den Konkurs.
Das Totenschild des Andreas Ligsalz, das als Sterbedatum den 1. Mai 1564 trägt, ist in der Münchner Frauenkirche zu finden.

Quelle
Porträtgalerie Bayern