Richard Kolb

Bereits Anfang der 1920er-Jahre Anschluss an die nationalsozialistische Bewegung. 1923 Teilnahme an Hitlers Marsch auf die Feldherrnhalle. Seit 1924 im Rundfunk tätig. 1930 Schriftleiter der 'Bayerischen Radio-Zeitung'. 1932 Sendeleiter bei der 'Berliner Funkstunde'. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 Aufstieg zum Intendanten. Wenige Monate später jedoch Versetzung nach München, Ende 1933 Entlassung wegen seiner Zugehörigkeit zum oppositionellen Strasser-Flügel der Partei. 1938 Berufung zum ao. Professor der Wehrwissenschaft in Jena. 1945 Selbstmord angesichts der deutschen Niederlage.

Richard Kolb entwickelte Anfang der 1930er-Jahre eine Hörspieltheorie, die - im Gegensatz zum Theater - Suggestion und Verinnerlichung zu den Grundbedingungen der Hörspielkunst macht und die bis weit in die 1960er-Jahre hinein die theoretische Basis für einen Großteil der deutschen Hörspielproduktion bildete. (ch)

Quelle
200 Jahre Franken in Bayern / Handwerk im modernen Franken, Bayerische Landesausstellung 2006