Joachim Ernst Markgraf von Brandenburg-Ansbach

Vater: Kurfürst Johann Georg von Brandenburg († 1598); Mutter: Elisabeth von Anhalt († 1607); Onkel: Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg; 1612 Heirat mit Sophia (1594-1655), Tochter des Grafen Johann Georg von Solms-Laubach; vier Söhne, eine Tochter

1603 übernahm Joachim Ernst zusammen mit seinem Bruder Christian die Regierung in den fränkischen Markgrafenschaften. Sein Hauptinteresse galt jedoch weniger seinem Land, dem markgrafentum Ansbach, als vielmehr dem niederländischen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien, den er diplomatisch und militärisch unterstützte. Unter dem Einfluss Christians I. von Anhalt beteiligte er sich 1608 an der Gründung der Union, deren Generalleutnant er wurde. In seinen politischen Plänen in der Zeit zwischen 1608 und 1619 zeigt sich immer wieder die Bereitschaft alle diplomatischen und militärischen Mittel auszuschöpfen, um den protestantischen Kräften im Kampf gegen die katholische Seite Vorteile zu sichern. Als einziger Unionsfürst war er in die Vorgeschichte der böhmischen Königswahl Friedrichs V. eingeweiht. Er sah darin die Chance einer grundlegenden Veränderung der politischen Landkarte Europas. 1620 schloss Joachim Ernst jedoch als Führer der Unionstruppen in Ulm mit der Liga ein Neutralitätsabkommen, um freie Hand gegen Ambrogio Spinola in der Pfalz zu bekommen. Allerdings wagte er keine Schlacht und zog in einer Vereinbarung mit Spinola im April 1621 (Mainzer Akkord) die Union aus dem Kampfgeschehen. Friedrich V. blieb ohne Hilfe. Joachim Ernst hingegen konnte durch diesen Schritt die ihm drohende kaiserliche Achterklärung abwenden. 1625 starb er in Ansbach.

Quelle
Der Winterkönig. Friedrich V. der letzte Kurfürst aus der Oberen Pfalz,Bayerische Landesausstellung 2003