Dr. jur. Karl Theodor Anton Maria von Dalberg

1759-1761 Studium der Jurisprudenz in Heidelberg (1761 Promotion). 1774 Domizellar, 1779 Domkapitular, 1780 Scholaster, 1797 Dompropst in Würzburg. Weitere Kanonikate in Worms und Konstanz. 1780 Propst von Wechterswinkel. 1768 Priesterweihe. 1772-1802 mainzischer Statthalter in Erfurt (Kontakte mit Wieland, Herder, Goethe, Schiller). 1780 Rektor der Universität Würzburg. 1787 Wahl zum Koadjutor von Erzbischof/Kurfürst Friedrich Karl von Erthal in Mainz und Worms; 1788 Koadjutor in Konstanz. 1788 Titular-Erzbischof von Tarsus. 1800 Bischof von Konstanz, 1802 Bischof von Worms, Erzbischof von Mainz, 1803 nach Regensburg transferiert. 1805 päpstlicher Administrator der nichtpreußischen rechtsrheinischen Teile der Kirchenprovinzen Mainz, Köln und Trier. Übte als einziger geistlicher Fürst nach der Säkularisation noch weltliche Herrschaftsrechte aus: 1803-1806 im Erzkanzlerischen Kurstaat, 1806-1810 als Fürstprimas des Rheinbundes, 1810-13 als Großherzog von Frankfurt. Residierte bis 1813 größtenteils in Aschaffenburg, zog sich 1814 auf seine geistlichen Aufgaben in Regensburg zurück. Ursprünglich Anhänger des Fürstenbundskonzepts von 1785, ist Dalberg einer der letzten Vertreter der traditionellen Reichsidee. Nationalkirchliche Tendenzen. Als Fürstprimas und Großherzog äußerlich in das napoleonische System integriert, als Landsherr jedoch vielfach auf die Erhaltung herkömmlicher Strukturen bedacht. Vielseitige geistige Interessen. Veröffentlichungen.