Dr. Theodor Freiherr von Cramer-Klett

Sohn des Nürnberger Großhändlers Alfred Cramer. Nach Gymnasium kaufmännische Lehre in der väterlichen Kolonialwarenhandlung in Nürnberg und Prag. Banklehre und tätgkeit in einem handels- und Bankhaus in Prag. 1838/39 an der Universität München Studium u. a. bei F. W. J. Schelling sowie in Naturwissenschaften in Wien; tätigkeit in der Wiener Seidenfabrik des Vaters. 1841/1842 Tätigkeit in einem Genfer Bankhaus und Reise nach Italien und Frankreich. 1843/44 Erwerb einer Verlagsbuchhandlung und einer Zeitung in Nürnberg. 1844-1848 zugleich Schriftleiter des 'Nürnberger Kuriers'. 1847 Heirat der Eisenfabrikantentochter Emilie Klett, deren Familiennamen er mit annimmt. Nach Anlaufschwierigkeiten mit englischen Teilhabern und dem Nürnberger Magistrat ab 1850 Alleineigentümer der Maschinenfabrik und Eisengießerei J. F. Klett & Co. in Wöhrd. Konzentration auf den Eisenbahnwaggonbau. Später Neuausrichtung des Firmenkonzepts auf die Koordination von Großprojekten wie den Bau von Eisenbahnstrecken und Brücken. 1854 Bauleitung bei der Konstruktion des aufsehenerregenden Münchner Glaspalasts. Als sozial denkender Frimenpatriarch u.a. Zulassung einer Arbeitervertretung, Errichtung einer Unterstützungskasse, Bau von Arbeiterwohnungen und einer Fabrikschule für Arbeiterkinder. Zur Finanzierung der Großprojekte enge Zusammenarbeit mit den Banken. 1853 Verbindung zur "Bank für Handel und Industrie" in Darmstadt ("Darmstädter Bank"). 1871 Gründung der "Süddeutschen Bodenkreditbank" in München. 1873 Umwandlung der Maschinenfabrik J.F. Klett in die "Maschinenbau-AG-Nürnberg" (1898 Zusammenschluß mit der Maschinenfabrik Augsburg AG zur heutigen MAN). 1875/76 Erwerb des Schlosses Hohenaschau im Chiemgau; für seine Verdienste mit der Erhebung in den erblichen Freiherrenstand geehrt; seither als Reichsrat Mitgleid des Bayerischen Landtags. 1878 Bau der Eisenbahnlinie Aschau-Prien. 1880 Mitbegründer der "Münchener Rückversicherungsgesellschaft". Förderer von Industrie und Gewerbe. Reiche Spenden, u. a. 1869 Mitfinanzierung der Gewerbeanstalt mit Gewerbemuseum in Nürnberg. (mn)