Biografien
Menschen aus Bayern

Priorin des Klosters St. Katharina in Augsburg Veronika Welser

geboren: Geburtsdatum und -ort unbekannt
gestorben: 1530/31 (?)

Tochter des Hans Welser; unklar ob mit dessen erster Frau Anna Peutinger oder mit der zweiten Frau Ursula Mörler.

Unter dem Priorat der Veronika Welser wurde von dem Augsburger Baumeister Hans Hieber 1516/17 die Klosterkirche neu gebaut. Veronika konnte das Katharinenkloster vor gewaltsamen Übergriffen in der Reformationszeit bewahren.

Veronika Welser stammte aus einer der angesehensten Partizier- und Kaufmannsfamilien der Stadt Augsburg. Nicht restlos geklärt ist allerdings die Frage nach ihren Eltern. In den Akten des Katharinenklosters wird sie (laut Hörmann) als Tochter des Bartholomäus (IV.) Welser aufgeführt, während in der Welser-Literatur Hans Welser als Veronikas Vater genannt wird. Im Falle der Vaterschaft des Hans Welser wäre wiederum unsicher, ob dessen erste Frau, Anna Peutinger, oder die zweite, Ursula Mörler, Veronikas Mutter war. Außerdem ist strittig, ob Veronika ihr Taufname war, oder ob sie ursprünglich auf den Namen Ursula getauft war und den Namen "Veronika" erst mit dem Klostereintritt angenommen hat.
Als Veronika in das Dominikanerinnenkloster St. Katharina eintrat, überschrieb sie diesem das Gut Waltershofen sowie zwei Sölden. Außerdem gab sie zum Klosterneubau 200 Gulden. Nachdem sie vorerst die Aufgabe der Klosterschreiberin übernommen hatte, wurde sie gegen Ende des Jahres 1503 zur Nachfolgerin von Anna Walther als Priorin gewählt. In den Jahren 1516/17 wurde unter Veronikas Priorat von dem Augsburger Baumeister Hans Hieber die Klosterkirche als zweischiffige Hallenkirche neu gebaut. Während der Reformation gelang es ihr das Kloster im alten Glauben zu bewahren. Sie korrespondierte in diesem Zusammenhang mit Papst Clemens VII. (1523-1534), den sie um Rat und Unterstützung bat. Während des Augsburger Reichstags 1530 erwirkte Veronika bei Kaiser Karl V. die Bestätigung der bisherigen Privilegien und Rechte des Klosters, um dieses vor gewaltsamen Übergriffen der Reformation schützen zu können.
Zwischen 1499 und 1504 wurden von Hans Holbein d.Ä., Hans Burgkmair und dem Monogrammisten L. F. die so genannten "Basilica-Bilder" geschaffen. Schon im Jahr 1487 hatte Papst Innocenz VIII. dem Konvent des Dominikanerinnenklosters die Gnade gewährt, dass die Schwestern allein durch die Verrichtung bestimmter Gebete, ohne nach Rom reisen und die sieben Hauptkirchen besuchen zu müssen, dieselben Ablässe gewinnen konnten wie die Rom-Pilger. Um diese besondere Andacht im Katharinenkloster zu unterstützen, ließen Schwestern des Konvents die sieben römischen Kirchen in Gemälden abbilden und diese Bilder als Ablass-Stationen im Kapitelsaal des Klosters aufstellen.