Biografien
Menschen aus Bayern

Pius Keller (Taufname: Johannes) Ordensprovinzial der Augustiner-Eremiten, Kirchenhistoriker

geboren: 30.09.1825, Ballinghausen/Ufr.
gestorben: 15.03.1904, Münnerstadt

Aus einer Bauernfamilie stammend. 1837-1844 Gymnasisum in Münnerstadt. Anschließend philosophisch-theologisches und philologisches Studium in Würzburg. 1849 Priesterweihe und Eintritt bei den Augustiner-Eremiten in Münnerstadt. 1853 Prior, 1859 Generalkommissär der Augustiner zu Münnerstadt und Würzburg. 1872-1879 als Generalassistent Verantwortung für alle Augustinerklöster Mitteleuropas. Daneben als Priester, Lehrer und Forscher tätig. 1864 Gründung eines Augustinerklosters in Germershausen b. Göttingen, um die im damaligen Bayern bestehenden Beschränkungen bei der Aufnahme von Novizen zu umgehen und seinen Orden in die norddeutsche Diaspora einzuführen. Entscheidende Verdienste um das Erstarken des Ordens, das 1895 zur Errichtung einer Ordensprovinz in Deutschland führt, deren erster Provinzial Keller wird (bis 1902). Mehrere kirchenhistorische Arbeiten, v.a. zur Geschichte der Augustiner. 1934 Einleitung des Seligsprechungsprozesses, dessen Akten dem Bombenangriff auf Würzburg am 16.3.1945 zum Opfer fielen. 1956 neuerliche Eröffnung des Verfahrens, das 1960 abgeschlossen war. Im Juli 2008 Feststellung des "heroischen Tugendgrades" durch Papst Benedikt XVI.; damit ist die erste Bedingung für die Seligsprechung erfüllt.