Biografien
Menschen aus Bayern

Johann Konrad Wilhelm (Rufname: Wilhelm) Löhe Theologe, Seelsorger, Sozialpolitiker

21.02.1808, Fürth
02.01.1872, Neuendettelsau

Kaufmannssohn. Gymnasium in Nürnberg. Ab 1826 Theologiestudium in Erlangen und Berlin, in Erlangen als Schüler von Christian Krafft und Karl v. Raumer. Anschließend Vikar in Fürth und Kirchenlamitz/Ofr., von dort Versetzung aufgrund einer Anzeige wegen angeblichen "Mystizismus und Sektierertums". 1834/35 Pfarrverweser an St. Egidien in Nürnberg, dort vor allem aufgrund seiner hervorragenden Bibelstunden bald hoch geschätzt; Beeinflussung durch K.C.C. Fikenscher. 1837-1872 Pfarrer in Neuendettelsau. Dort Gründung der "Missionsanstalt", vor allem zur Ausbildung von Predigern und Lehrern für nach Amerika ausgewanderte Deutsche. 1846 zusammen mit ausgewanderten sächsischen Lutheranern Gründung der Missouri-Synode, nach Streitigkeiten 1854 Gründung der Iowa-Synode. Ab 1841 Ausbildung der so genannten Nothelfer zu karitativen Tätigkeiten. 1849 Gründung der Gesellschaft für die Innere Mission. 1853 Gründung des Diakonissenvereins, 1854 Bau des Diakonissenhauses in Neuendettelsau, woraus die Neuendettelsauer Diakonie erwächst. 1860 zeitweise Suspendierung Löhes vom Amt aufgrund seiner Weigerung, Geschiedene wieder zu trauen. Weitere Schwierigkeiten mit der offiziellen Bayerischen Landeskirche. Ein endgültiger Bruch wird vor allem durch die Vermittlung des Präsidenten des Oberkonisitoriums, A. v. Harleß, verhindert. Löhe ist mit seiner sozial gelebten mystischen Frömmigkeit einer der bedeutendsten Vertreter der protestantischen Erweckungsbewegung in Bayern. (ch)
Werke (Auswahl): Drei Bücher von der Kirche (1845), Die Heiden-Mission in Nordamerika (1846), Von der weiblichen Einfalt (1853), Martyrologium. Zur Erklärung der herkömmlichen Kalendernamen (1868)

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