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Bildarchiv

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Das HdBG-Bildarchiv umfasst ungefähr 110.000 Abzüge, 210.000 Negative und Diapositive, 1.700 Videofilme, 2.400 Digitalmedien (CD's, DVD's) und 16.900 Bildobjekte verschiedener Art (Postkarten, Plakate, Grafiken) zur bayerischen Geschichte sowie 1.200.000 Aufnahmen auf Mikrofiche.

Geschichte, Politik und Alltag auf Schützenscheiben
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Das Bildarchiv des Hauses der Bayerischen Geschichte verfügt über etwa 1.700 fotografische Aufnahmen von Schützenscheiben, die größtenteils aus den Beständen von bayerischen Feuerschützengesellschaften stammen.

Es handelt es sich in der Regel um mit Bildern und Texten versehene kreisförmige Holztafeln, die zu besonderen Anlässen von einem Mitglied gespendet wurden. Fast alle Scheiben weisen Einschusslöcher auf, häufig fehlt aber das Schießblatt, weil es vermutlich als störend in Bezug auf das Bildmotiv empfunden wurde. Thematische Auslegung und Bildgestaltung dürften weitgehend den Wünschen wie auch der Auffassung des jeweiligen Spenders entsprechen. Eine Durchsicht des Gesamtbestandes zeigt, dass durchaus mit ironischen Brechungen in den Darstellungen zu rechnen ist, die sich auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen geben. Schützenscheiben geben insofern Auskunft darüber, welche Themen zu ihrer Zeit aktuell waren und als bildwürdig befunden wurden. Eine differenzierte Deutung der einzelnen Darstellungen setzt allerdings genaue Kenntnisse der jeweiligen Auftragssituation und des Herstellungsverfahrens voraus, denn ein Besteller hatte zumeist durchaus die Wahl zwischen einer aufwändigen (und damit teuren) Einzelbildanfertigung und dem Griff nach weitgehend vorgefertigten Massenprodukten.

Bezüge zu historischen Ereignissen haben bei Schützenscheiben hohen Stellenwert. Wendepunkte der deutschen Geschichte, der Weltgeschichte und der Ortsgeschichte zählen ebenso dazu wie die sensible Wahrnehmung kleinerer, fernab liegender Ereignisse, die sich heute kaum noch in den geschichtlichen Handbüchern nachweisen lassen. Vielfach erscheinen auch Personenbildnisse, Ortsansichten und Jagdszenen. Nicht zuletzt bilden Erotik, Komik, Eheburlesken und Alltagsleben sowie zahlreiche Hinweise auf Festschießen einen Bilderreigen, der immer wieder in neuen Abwandlungen auftritt.

Die ältesten hier vorgestellten Schützenscheiben stammen aus dem 17. Jahrhundert, die jüngsten aus dem Jahr 2002. Nicht zugänglich sind Objekte aus der Zeit des Nationalsozialismus, da hierzu eine eigene Aufarbeitung erforderlich ist. Selbstverständlich kann der gesamte Schützenscheibenbestand des Bildarchivs für wissenschaftliche Zwecke im Bildarchiv selbst eingesehen werden.

Es ist nicht möglich, hier eine Geschichte der Feuerschützengesellschaften anzufügen. Die folgenden Ausführungen verstehen sich daher als ergänzende Hinweise zu den Schützenscheiben.

Die ersten Vorläufer der heutigen Feuerschützenvereinigungen wurden bereits im Mittelalter gegründet, vermutlich ab dem 12. Jahrhundert als gildenmäßig verfasste Organisationen. Zu ihren Zweckbestimmungen gibt es verschiedene Theorien, aber Heimatverteidigung und gesellschaftliche Funktionen dürften stets eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Von der Obrigkeit gefördert, mussten Schützengesellschaften beispielsweise auch gegen nichtsesshafte Arme, Räuberbanden und Diebsgesindel vorgehen. Zuweilen wurden sie bei kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt. Regelmäßiger Umgang mit Schusswaffen stellte daher wohl bis in das 18. Jahrhundert hinein nicht nur eine sportliche Übung dar, sondern erfolgte durchaus als Vorbereitung für einen ernsthaften Einsatz. Die Mitglieder der Feuerschützengesellschaften gehörten überwiegend den gutsituierten Einwohnerschichten an: Handwerksmeister, Beamte oder Grundbesitzer.

Im Zuge der Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts kam es um 1848 wieder häufiger zu Neugründungen von Schützenvereinigungen. Ab 1933 war das Vereinsleben zunehmend der Gleichschaltung und dem Diktat des nationalsozialistischen Regimes ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg untersagten die Alliierten bis 1951 den Schießbetrieb. Mitgliederversammlungen und damit das Wiederaufleben von Feuerschützengesellschaften dürften einige Jahre nach dem Krieg verstärkt eingesetzt haben.


Wir danken allen Feuerschützengesellschaften, die für die Fotoaktionen des Bildarchivs des Hauses der Bayerischen Geschichte freundlichen und unkomplizierten Zugang zu ihren Beständen gewährt haben.

Die Abkürzungen K.P. ..., Kgl.Priv. ... oder Kgl.P. ... in den Bildbeschreibungstexten stehen jeweils für ‚Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft'.

Ein Web-Special zur "Geschichte der Schützen in der Alpenregion" finden Sie hier. Zu sehen sind auch die Monturen aller derzeit bestehenden bayerischen Gebirgsschützenkompanien.



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