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36. Landtag des Königreichs Bayern (1912–1918)

Der 36. ist gleichzeitig der letzte Landtag des Königreichs Bayern und tagt von Februar 1912 bis zum Ende der Monarchie in Bayern im November 1918. Die bestimmenden Themen sind der Regierungswechsel auf König Ludwig III. und der Erste Weltkrieg. Nach dem Tod von Prinzregent Luitpold am 12. Dezember 1912 übernimmt dessen Sohn Ludwig die Regentschaft. Der eigentlichte König bleibt nachwievor Otto I., der Bruder König Ludwigs II., der ob seiner Geisteskrankheit nicht regierungsfähig ist.  Prinzregent Ludwig jedoch strebt wegen der verfassungsrechtlichen Einschränkungen einer bloßen Regentschaft das Königtum an. Das Problem wird durch einen Verfassungszusatz gelöst. Er sieht vor, dass der Landtag zwar einbezogen wird (eine einseitige... [mehr...]

Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914)

Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Das russische Zarenreich sprang Serbien als engster Bündnispartner zur Seite, zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn bestand das gerade bekräftigte Bündnis. Am 1. August kam es zur Generalmobilmachung und zur Kriegserklärung Deutschlands an Russland. Die Kriegserklärung an das mit Russland verbündete Frankreich folgte zwei Tage später. Der Einmarsch deutscher Truppen ins neutrale Belgien am selben Tag hatte das Ziel, mithilfe des sogenannten Schlieffen-Plans Frankreich in einer Zangenbewegung schnell zu besiegen. Für Großbritannien, das mit Belgien durch einen Beistandspakt und mit Frankreich über die „Entente cordiale“ verbunden war, trat damit der Bündnisfall ein: Am 4. August 1914... [mehr...]

Revolution und Räterepublik in Bayern (1918/19)

Am 7. November 1918 wird in Bayern von Kurt Eisner die Republik, der Freistaat Bayern ausgerufen.Die Monarchie ist beendet, die Herrschaft der Wittelsbacher existiert nicht mehr. König Ludwig III. entbindet Beamte, Soldaten und Offiziere am 13. November 1918 von ihrem Treueid, ohne jedoch selbst anzudanken.Der Provisorische Nationalrat wird als vorläufiges Parlament installiert, Eisner wird der erste Nachkriegs-Ministerpräsident Bayerns.  Am 12. Januar 1919 wird der Bayerische Landtag gewählt. Erstmals existiert damit eine demokratisch gewählte Volksvertretung in Bayern. Er soll über eine neue Verfassung beraten. Am 21. Februar 1919, dem Tag der konstituierenden Sitzung des Landtags wird Kurt Eisner ermordet. Daraufhin bildet sich der... [mehr...]

Der Provisorische Nationalrat (1918/19)

Am 8. November 1918 konstituierte sich im Landtagsgebäude der Provisorische Nationalrat als Erssatz der Kammer der Abgeordneten und der Kammer der Reichsräte. Er stellte eine Mischung aus parlamentarischen Elementen und solchen des revolutionären Rätesystems dar. Der Provisorischen Nationalrates hatte als Hauptaufgabe die Koalitionsregierung von Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) und Mehrheitssozialdemokraten (MSPD) unter Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD), die sich auch am 8. November gebildet hatte, zu bestätigen und ihr damit eine wenigstens eine vorläufige Legitimität zu geben.  Die geringe politische Bedeutung des Provisorischen Nationalrats wird beispielhaft daran ersichtlich, dass er erst fünf Wochen später, am 13. Dezember 1918,... [mehr...]

Der Bayerische Landtag (1919/20)

Mit den Landtagswahlen vom 12. Januar 1919 wird erstmals ein demokratisches Parlament in Bayern gewählt. Neuerungen sind das Frauenstimmrecht und das Verhältniswahlrecht. Die Eröffnung des Landtags am 21. Februar 1919 verläuft dramatisch. Der amtierende Ministerpräsident Kurt Eisner wird auf dem Weg zum Landtag von einem Gegner der Revolution erschossen.   Daraufhin bildet sich der Zentralrat der Republik Bayern, als Gegenpol zu den parlamentarischen Parteien. Nach Verhandlungen kann der Landtag am 17. März 1919 Johannes Hoffman zum ersten demokratisch legitimierten Ministerpräsidenten wählen. Eine zweite Einberufung des Parlaments für den 9. April verhindert der Zentralrat indes und ruft am 7. April 1919 die Räterepublik aus. Intellektuelle und... [mehr...]