Velburg


 

GESCHICHTE

Velburg, Heilig-Kreuz-Schwestern – Christliche Werte an die Jugend vermitteln

Nach dem Ersten Weltkrieg unternahmen der Velburger Stadtpfarrer Anton Schalk und Bürgermeister Heinrich Jungwirth große Anstrengungen, um für die Kinderbetreuung und Mädchenerziehung Schwestern aus einer Ordensgemeinschaft in den Ort zu holen. Die Anfrage an das Kreszentiahaus in Altötting war von Erfolg gekrönt (Altötting, Missionshaus Hl. Kreuz). Provinzoberin Schwester Tharsilla Thanner gab 1920 ihre Einwilligung zur Gründung einer Niederlassung der Heilig-Kreuz-Schwestern in Velburg. Am 15. April 1921 trafen die ersten vier Frauen in der Stadt ein. Es handelte sich um Angela Sterr, die als Oberin und Organistin fungierte, die Kindergärtnerin Sigismunda Dietz, die Handarbeitslehrerin Borgia Fehrenbacher und Stephanie Auhuber, die künftig als Krankenschwester arbeiten sollte. Im gleichen Jahr folgten zwei weitere Schwestern. Zwischen der Provinzleitung in Altötting und der Pfarrkirchenstiftung Velburg wurden als Aufgabenbereiche des Klosters die ambulante Krankenpflege, die Führung der „Kleinkinderbewahranstalt“, der Hauswirtschafts- und Handarbeitsunterricht für die Mädchen, der Orgel- und Mesnerdienst festgelegt. Die Dienste der rund 90 Schwestern, die im Lauf der Zeit in Velburg wirkten, erfreuten sich großer Wertschätzung in der Bevölkerung.

Als 1984 die staatliche Förderung für hauswirtschaftliche Ausbildung der Mädchen auslief, beschloss Oberin Maria Regis Stummer, die seit 1980 dem Kloster vorstand, zusammen mit Stadtpfarrer Josef Albrecht die Einrichtung einer Bildungs- und Begegnungsstätte. Gemeinsam mit der Provinzleitung und dem Eichstätter Ordinariat wurde diese Institution unter dem Namen „Haus Betanien“ begründet. Das neue Angebot an Tages- und Wochenendseminaren richtete sich vor allem an Schulklassen, Jugendgruppen und katholische Vereine. Es wurde rege in Anspruch genommen. Damit war vorerst auch der Verbleib der Schwestern in Velburg gesichert.

Aufgrund des Nachwuchsmangels sank jedoch die Zahl der Klosterbewohnerinnen beständig. Zum 90-Jahr-Jubiläum, das 2011 zusammen mit dem Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke feierlich begangen wurde, gehörten dem Konvent neben Oberin Maria Regis nur noch Schwester Annette Mülln, seit 1967 Leiterin des katholischen Kindergartens „St. Johannes“, sowie Schwester Carmelita Niederlechner an. 2014 zog sich der Orden aus Velburg zurück. Die Nachfolge im Schwesternheim und in der Leitung des „Hauses Betanien“ übernahmen die Apostolischen Schwestern von der Communität des Heiligen Johannes.

 

(Christine Riedl-Valder)

Link:

http://www.schwestern-hl-kreuz.de

 

 

 

 



 

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